ROMANSHORN: 22000 Luftbilder in zwei Jahren

Ein grosses Projekt mit unzähligen Daten: Der Bodensee ist neu vermessen worden. Projektleiter Martin Wessels referierte im Museum am Hafen.

Markus Bösch
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Martin Wessels informiert vor dem Bodensee-Relief aus dem Jahr 1900 über das Vermessungsprojekt. (Bild: Markus Bösch)

Martin Wessels informiert vor dem Bodensee-Relief aus dem Jahr 1900 über das Vermessungsprojekt. (Bild: Markus Bösch)

Markus Bösch

romanshorn@thurgauerzeitung.ch

Es war ein grosses Projekt mit unzähligen Daten – und jetzt ist der Bodensee bis an den Grund vermessen: Martin Wessels vom Institut für Seenforschung gab am Mittwoch im Museum am Hafen spannende Eckpunkte bekannt. Er legte dar, dass im Auftrag der internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) und unterstützt durch die EU sowie die Schweiz der See von 2013 bis 2015 neu statistisch erfasst wurde. 612000 Euro wurden dafür aufgewendet. «Wir haben diesen grossen Binnensee völlig neu kennen gelernt und sind auf spannende Details gestossen. Mit Fächerecholot und Laserscanning, im Wasser und aus der Luft haben wir sieben Milliarden respektive 12 Milliarden Datenpunkte gesammelt. Wir sind 5608 Kilometer abgefahren und haben 22000 Luftbilder gemacht», sagte Projektleiter Wessels.

Erste Vermessungen im Jahr 1826

Begonnen habe es mit ersten Vermessungen im Jahr 1826, damals noch mit 333 Messpunkten. 70 Jahre später waren es 40 Mal mehr, entstanden sei die Zeppelinkarte mit dem Bruder des Luftschiffbauers als Namensgeber. Noch einmal hundert Jahre später war es eine IGKB-Vermessung mit 900000 Messwerten. Mit der neuesten Studie habe man modernste Technik eingesetzt. «Ziel war unter anderem , Grundlagendaten zu erhalten, die langfristig Bestand haben sollen und die für Uferplanungen sowie für die Wissenschaft relevant sein müssen. So können wir beispielsweise Gefährdungen für archäologische Kulturgüter reduzieren. Und das digitale Geländemodell können wir auch für einen vorsorgenden Gewässerschutz einsetzen», sagte der Referent.

Die Veranstaltung gehört zu insgesamt drei Anlässen, die das Museum im Rahmen des «Hundert-Jahr-Jubiläums der Thurgauer Museumsgesellschaft» bemerkbar macht(e).

Morgen Samstag können Kinder am Mitmachtag von 14 bis 16 Uhr mit Gesine Knuth Seeräuberutensilien basteln. Am Sonntag ist die Lädine im Romanshorner Hafen zu Gast. Um 10 und 15.15 Uhr gibt es Piratenfahrten, um 12.45, 14 und 17 Uhr einstündige Fahrten mit diesem alten Frachtschiff ab Platz Nummer 6. Weil die Anzahl Teilnehmer begrenzt ist, bitten die Organisatoren um Anmeldung unter www.museumromanshorn.ch oder 071 460 10 30.