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ROGGWIL: Oben tanken, unten arbeiten

Für den Neubau der Haustechnik Eugster AG sind Karl Streule und Daniel Eugster mit dem Schweizer Solarpreis ausgezeichnet worden. Es ist ihr Beitrag an die Energiewende.
Janina Gehrig
Karl Streule und Daniel Eugster vor dem preisgekrönten Neubau ausserhalb von Steineloh, an dessen Fassade «lichtdurchlässige» Solarzellen haften. So ist das Gebäude lichtdurchflutet. (Bild: Jil Lohse)

Karl Streule und Daniel Eugster vor dem preisgekrönten Neubau ausserhalb von Steineloh, an dessen Fassade «lichtdurchlässige» Solarzellen haften. So ist das Gebäude lichtdurchflutet. (Bild: Jil Lohse)

Janina Gehrig

arbon@thurgauerzeitung.ch

Er sei nicht in Jubel ausgebrochen, sagt Karl Streule. «Aber eine gewisse Genugtuung war es schon.» Vor kurzem hat Streule erfahren, dass er für den Bau des Geschäftshauses der Haustechnik Eugster AG in Arbon mit dem Schweizer Solarpreis ausgezeichnet wird. Gestern hat er zusammen mit Daniel Eugster sowie dem Projektleiter und dem zuständigen Architekten der Firma Forma Architekten AG den Preis in Genf entgegengenommen.

540 Solarmodule am Gebäude

Streule zeigt auf das Vordach des preisgekrönten Baus, auf dem die Solarpanels so angeordnet wurden, dass sie noch immer viel Licht zu den darunterliegenden Büros durchlassen. 216 Fotovoltaik-Module sind hier angebracht worden. 294 weitere tanken Sonnenenergie auf dem Flachdach, 30 an der Fassade. Dazu kommt eine thermische Anlage. Das ergibt eine Leistung von 157 Kilowattstunden. «Das würde für den Stromverbrauch von 33 Einfamilienhäusern reichen», sagt Inhaber und Geschäftsführer Daniel Eugster. Auf dem Flachdach sind nicht nur Solarzellen platziert worden, sondern auch Baumstämme, Steinhäufchen und ein Teich, um den Mohnblumen ­wuchern – ein Reich für boden­brütende Vögel. Schliesslich ist auch für die Mitarbeiter gesorgt. Ihnen stehen eine Küche und ein Pausenraum mit Tischfussballkasten zur Verfügung, auch die Werkstatt ist ins Gebäude integriert worden.

Sich selbstständig mit Energie versorgen

Die Anlage am Geschäftshaus, das als erstes Minergie-A-Industriegebäude im Thurgau gilt, produziert gut eineinhalbmal soviel Energie, wie der Holzbau selber benötigt. Der Überschuss geht als Naturstrom an das Elektrizitätswerk Thurgau. Auch für Eugster ist der Preis eine «schöne Wertschätzung», zumal der Bau zwischenzeitlich viel Nerven gekostet habe. «Es gab grosse Lieferprobleme mit der Anlage, die wir massgeschneidert haben wollten.»

Den Holzbau hat Eugster, der für die Thurgauer FDP im Kantonsrat sitzt, mit seinen vierzig Mitarbeitern letzten November bezogen. «Mein Ziel war es, dass wir uns selbstständig mit Energie versorgen können», sagt er. So ist die Trophäe auch ein Preis dafür, «dass sich Mehrinvestitionen in nachhaltige, energieeffiziente Gewerbebauten langfristig lohnen», wie es in der Broschüre der Fachjury heisst.

Teurer, aber mit den Jahren wirtschaftlich

Streule, der mit seiner Firma Streule und Alder AG auch Ziegeldächer, Eternit, Schindeln oder Naturschiefer verbaut, sagt, ­Dächer mit Solarmodulen seien zwar in der Erstellung immer noch teurer. «Doch mit den Jahren wird ein Dach, das Solarenergie liefert, wirtschaftlich.» Allein darum gehe es aber ohnehin nicht. Die Frage, was man der nächsten Generation weitergeben könne, trieb den gelernten Dachdecker an, sich zum Projektleiter Solarmontage und zum Energieberater weiterzubilden.

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