ROGGWIL: Musik aus der Wundertüte

Die Musikgesellschaft Roggwil überraschte an ihrem Unterhaltungsabend. Der Saal wurde zur Jukebox: Stilistisch zog sich der Bogen vom Alphorn bis zu Queen.

Jolanda Riedener
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Die Musikanten präsentierten eine volle Wundertüte. (Bild: Ramona Riedener)

Die Musikanten präsentierten eine volle Wundertüte. (Bild: Ramona Riedener)

Mit heimatlichen Klängen eröffnete das Alphorntrio am Samstag den Abend im Mehrzwecksaal Freidorf. Präsident Peter Haag konnte ein zahlreiches Publikum begrüssen, bevor die Bühne dem Nachwuchs gehörte. Zurücklehnen und geniessen, hiess es beim klassischen Konzert des Holzbläser-Ensembles Woodwind Connection, einer Formation aus fünfzehn jungen Musikantinnen und Musikanten unter Leitung von Peter Dorner. Dann waren Gwunder und Überraschungen angesagt: Mit dem Motto «Wundetüte» hatte die Musikgesellschaft unter der Leitung ihrer Dirigentin Brigitte Halter eingeladen.

Bei der Paradedisziplin gepunktet

Wer wissen wollte, was gespielt wurde, musste sich jeweils gedulden, bis Moderator Beat Halter sowie Nina und Jan, seine beiden Gehilfen, ein Musikstück aus einer Wundertüte zogen. Passend konnte das Konzert mit dem Marsch «Die Sonne geht auf» eröffnet werden. Einen musikalischen Richtungswechsel gab es mit «Queen in Concert», einem Querschnitt durch die grössten Erfolge der britischen Rockband. Erinnerungen an ihre Ungarnreise versprühten die Musikanten beim schwungvollen Marsch «Ungarns Kinder». Nicht ohne Stolz präsentiert das Korps den Marsch «In Harmonie vereint» mit dem es am letzten Kreismusiktag bei der Parademusik mit 89,33 Punkten den vierten Rang geholt hat. Dies sei ein Meilenstein in der Geschichte, denn die Musikgesellschaft sei bis anhin nicht gerade mit viel Lorbeeren gekrönt worden. Nach einem lüpfig-beschwingten Intermezzo und der «Laubener Schnellpolka» entnahmen die Musikanten der Wundertüte eine neue Krawatte, und die Dirigentin zog einen neuen Taktstock heraus. Der Grund: der Verein feiert sein 110-Jahr-Jubiläum. Taktstock und Krawatten kamen gleich zum Einsatz.

Mit dem «Geburtstagsmarsch» von Ernst Mosch feierte sich die Musikgesellschaft nicht nur selber, sondern die Klänge galten auch einer besonders verdienten Musikantin unter ihnen. Aus einer Zeit als den Mädchen und Frauen der Zugang zu den Musikvereinen noch verwehrt war, stammt die 80-jährige Anni Hegglin. Da hat sie einfach abgewartet, bis sich die Zeiten änderten und mit fünfzig Jahren angefangen, ein Instrument zu lernen. Die rüstige Hornistin hat inzwischen dreissig aktive Vereinsjahre hinter sich.

Mix aus verschiedenen Stilrichtungen

Im Big-Band-Sound ging es weiter mit dem Stück «L.O.V.E.» von Bert Kaempfert und der «Sportpalast-Polka». Da konnte Peter Haag beweisen, dass er auch pfeifen kann. Nach einem Beach-Boys-Medley war die Wundertüte leer. Mit der rockigen Zugabe «Born This Way» von Lady Gaga heizte die Musikgesellschaft, gemeinsam mit der Woodwind Connection nochmals gehörig ein, bevor sie mit dem Thurgauer Lied würdevoll den Konzertteil abschloss.

Jolanda Riedener

arbon@thurgauerzeitung.ch