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ROGGWIL: Die Firma Zürcher gibt auf: Deponie kommt nicht zustande

Auf der grossen Wiese in Fetzisloh wird es keine Deponie für schadstoffarmes Material geben. Das Projekt ist vom Tisch. Der Widerstand war zu gross.
Markus Schoch
Im März 2012 pflanzten die Gegner bei der Vereinsgründung einen Baum der Hoffnung. (Bild: Reto Martin)

Im März 2012 pflanzten die Gegner bei der Vereinsgründung einen Baum der Hoffnung. (Bild: Reto Martin)

Pascal Stacher ist erleichtert. Seit Jahren kämpft er an vorderster Front als Präsident einer breiten Widerstandsbewegung gegen die Deponie vor seiner Haustüre. Der Landwirt und seine Mitstreiter im Verein «Rettungsaktion Grosszälg» pflanzten 2012 im Beisein von rund 200 Personen auf dem bedrohten Hochacker an der Durchgangsstrasse einen «Baum der Hoffnung» und sammelten über 2500 Unterschriften für eine Protest-Petition an die Adresse des Gemeinderates der Standortgemeinde Roggwil.

Der Einsatz war nicht umsonst. Die Pläne Zürcher Kies und Transport AG aus Zuzwil sind vom Tisch. Die Firma hat dem Roggwiler Gemeinderat mitgeteilt, dass sie das Projekt nicht weiter verfolgt, schreibt die Behörde in der neuesten Ausgabe des Mitteilungsblattes.

Die Gemeinden weinen dem Projekt keine Tränen nach

Der Gemeinderat Egnach hatte sich wegen des Standortes in unmittelbarer Nähe des Weilers Fetzisloh in einer offenen Kulturlandschaft gegen die Deponie an der eigenen Ortsgrenze ausgesprochen. Entsprechend froh über die neueste Entwicklung ist Gemeindepräsident Stephan Tobler. «Ich finde es gut, dass die Deponie nicht gebaut wird.» Der Verzichts-Entscheid kommt für ihn nicht überraschend. «Ich habe damit gerechnet.»

Auch Vereinspräsident Stacher ging davon aus, dass sich die Firma Zürcher früher oder später zurückziehen wird, nachdem sie bereits 2012 die Deponie-Fläche wegen des Druckes auf den betreffenden Liegenschaftenbesitzer um gut die Hälfte auf 11 Hektaren reduziert hatte. Das Vorhaben war zu einem Politikum geworden und beschäftigte im Rahmen eines Vorstosses sogar den Regierungsrat.

«Das Projekt hat vielen nicht gepasst, und darum kann ich zufrieden sein, wenn es nicht realisiert wird», sagt Roggwils Gemeindepräsident Gallus Hasler. Konkrete Anzeichen für den Gesinnungswandel der Verantwortlichen habe es nicht gegeben. «Die Kontakte waren nur lose.» Das Unternehmen habe nie ein Baugesuch eingereicht oder eine Zonenplanänderung beantragt.
Nächste Woche wird die Firma ihren Entscheid erklären, wie Geschäftsführer Andreas Zürcher auf Anfrage mitteilt.

Seilziehen seit sechs Jahren

Im Januar 2012 stellte die Firma Zürcher ihre Pläne für den Betrieb einer 22 Hektar grossen Deponie für sauberen beziehungsweise leicht belasteten Aushub sowie Bauabfälle der Öffentlichkeit vor. Mit den betroffenen Landeigentümern im Gebiet Grosszelg zwischen dem Weiler Fetzisloh und Frasnacht hatte sie zu diesem Zeitpunkt bereits grundrechtliche Verträge abgeschlossen. Der Bedarf nach einer so genannten Inertstoffdeponie im Oberthurgau sei ausgewiesen und der Standort in verschiedener Hinsicht sehr gut. Für die Gegner war die geplante Anlage eine Zumutung: Die Schuttberge würden bis zu 35 Meter in den Himmel ragen. Die Folge seien 30 Jahre lang Baulärm, Dreck, Luftverschmutzung und Schwerverkehr in einem Naherholungsgebiet. (mso)

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