«Rodolfo» will gerne bleiben

ROMANSHORN. Das Kinderparadies Rodolfo gastiert noch bis morgen auf dem Güterschuppenareal. Weil es den Betreibern dort gefällt, würden sie gerne wiederkommen und ihre Zelte längerfristig stehen lassen.

Michèle Vaterlaus
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Züglifahren für Kinder ist eine der Attraktionen des Kinderparadieses Rodolfo. (Bild: Markus Schoch)

Züglifahren für Kinder ist eine der Attraktionen des Kinderparadieses Rodolfo. (Bild: Markus Schoch)

Erst im Juli wurde Rudolf Langjahr und seiner Frau Rosmarie ihr langjähriger Ponystall und ein Teil des von ihnen genutzten Grundstücks in Amriswil per Ende Januar 2013 gekündigt. Der Kleinzirkus Rodolfo stand vor dem Nichts. Das Ehepaar Langjahr wusste nicht, wo es die 16 Ponies unterbringen und wo es künftig seinen Wohnwagen, in dem es lebt, hinstellen soll. Doch nun gibt es einen Hoffnungsschimmer: Rudolf Langjahr hat vom Leiter des Bauamtes Romanshorn im Sommer ein Telefon bekommen, in dem er fragte, ob Langjahr nicht mit seinem Kinderparadies nochmals in Romanshorn haltmachen könne. Noch dieses Jahr. Auf dem Güterschuppenareal.

Ein Konzept eingereicht

Irgendwie konnte sich das Ehepaar Langjahr zwei Wochen dafür freischaufeln. Und: Es hat bei der Bauverwaltung sogar ein Konzept, das es mit einem Gartenbauer erarbeitet hat, für eine längerfristige Niederlassung ab nächstem Jahr auf dem Güterschuppenareal eingereicht. «Das Güterschuppenareal ist für das Kinderparadies ideal. Wir sind am See, nahe beim Bahnhof und viele Familien kommen vorbei. Zudem könnten wir uns hier auch von den Tierschutzbestimmungen her gut einrichten», sagt Langjahr. Das Kinderparadies würde nicht das ganze Areal in Anspruch nehmen. «Nebenbei könnte man also noch etwas anderes aufstellen.» Er könnte sich auch vorstellen, Anlässe mit örtlichen Vereinen zu organisieren.

Kinderparadies kommt gut an

Dass er möglicherweise keinen fixen Stall bauen kann, weil das Land den SBB gehört, weiss Langjahr. «Aber wir hatten schon Kontakt mit der Glovital. Sie könnten uns mobile Hütten zur Verfügung stellen, die schnell wieder abgebrochen wären», sagt er. Zudem würde er sowieso noch einen zweiten Standort für einen Stall und für den Auslauf der Tiere brauchen.

Obwohl Langjahr weiss, dass es weitere Bewerber für die Zwischennutzung des Areals gibt, fühlt er sich in seinem Vorhaben durch viele positive Rückmeldungen von Passanten bestärkt. «Einige wollten sogar bei der Gemeinde weibeln, dass der Kleinzirkus eine gute Variante für das leerstehende Areal sei», erzählt er.

Es gibt ein paar Bewerber

Tatsächlich hat man im Gemeindehaus gehört, dass das Kinderparadies bei den Romanshornern gut ankommt, wie Gemeindeschreiber Stefan Woodtli sagt. «Was aber die Zwischennutzung angeht, gibt es mehrere seriöse Bewerber.» Eine Arbeitsgruppe werde diese prüfen, was aber Zeit brauche. Entschieden sei deshalb noch nichts. So seien auch zusätzliche Parkplätze denkbar, wie Gemeindeammann David H. Bon unserer Zeitung bereits gesagt hat. «Ein Entscheid soll noch dieses Jahr gefällt werden», sagt Woodtli.

Eine Heimkehr für Langjahr

Für Langjahr wäre die Ansiedlung seines Kleinzirkus' in Romanshorn eine Art Heimkehr. «Bis ich sechs Jahre alt war, lebte ich im Kinderheim in Romanshorn», sagt er. Erst dann sei er nach Amriswil gekommen. Schön wäre es für ihn auch, einen Fixpunkt zu haben. «Wir sind mit unseren Tieren nun 23 Jahre lang durch die Schweiz getourt. Aber nächstes Jahr werde ich 60. Da könnte ich es auch etwas ruhiger angehen.»

Rudolf Langjahr (Bild: Urs Jaudas)

Rudolf Langjahr (Bild: Urs Jaudas)