Rochaden und eine Zitterpartie

ARBON. Nicht nur zur reinen Bestätigungswahl wird der Urnengang am 28. Februar bei der Neubesetzung des Bezirksgerichts Arbon. Zündstoff birgt die Erneuerungswahl der nebenamtlichen Richter. In Bedrängnis sieht sich Hanspeter Heeb.

Max Eichenberger
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Silke Sutter Heer, die als Berufsrichterin zur Wahl steht, mit Gerichtspräsident Ralph Zanoni im Gerichtssaal. (Bild: Max Eichenberger)

Silke Sutter Heer, die als Berufsrichterin zur Wahl steht, mit Gerichtspräsident Ralph Zanoni im Gerichtssaal. (Bild: Max Eichenberger)

Kontinuität gibt es weiter im Präsidium. Als Gerichtspräsident ist der 57jährige Ralph Zanoni wiederzuwählen. Zanoni, Vater der Arboner Gemeindeordnung nach dem Zusammengehen mit der ehemaligen Ortsgemeinde Frasnacht und früherer Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Arbon, gehört keiner Partei an. Seit dem Wechsel von Claudius Graf-Schelling in die Kantonsregierung (seit Sommer ist Graf im Ruhestand) amtet Zanoni als dessen Nachfolger im Gerichtspräsidium.

Langjähriger Vize scheidet aus

Sein Nachfolger als Kirchenpräsident wiederum, Dominik Diezi (Stachen/Arbon), stellt sich ebenfalls zur Wiederwahl – als einer von drei Berufsrichtern. Der 42jährige doktorierte Jurist ist CVP-Mitglied. Die 36jährige Mirjam Trinkler, ebenfalls in Stachen/Arbon wohnhaft, mit SVP-Parteibuch, ist ebenso als Berufsrichterin zu bestätigen. Ausscheiden wird hingegen der langjährige Gerichts-Vizepräsident Urs Kaufmann, Uttwil. Als designierte Nachfolgerin des freisinnigen Kaufmann plant das FDP-Mitglied im Arboner Stadtparlament, Silke Sutter Heer, den Wechsel ins Berufsrichtergremium. Die 51-Jährige ist derzeit leitende Gerichtsschreiberin an der Schlossgasse, seit 2012 nach dem Umzug vom Rathaus Sitz des Bezirksgerichts. Ihnen macht niemand das Amt streitig. Damit zeichnet sich in parteipolitischer Hinsicht keine Änderung ab.

Gerangel bei den Laienrichtern

Bei den nebenamtlichen Richtern hingegen kommt es zu Rochaden und einem Sitzgerangel – und darüber hinaus ein Bisheriger in Bedrängnis. Nur zwei der vier jetzigen Laienrichter nämlich treten erneut an: Inge Abegglen (65, Arbon) für die SP sowie der Grünliberale Hanspeter Heeb (56), der Romanshorner Primarschulpräsident. Doris Rosenast-Schlatter (57, CVP, Amriswil) steht nicht mehr zur Wahl, ebenso wie Marianne Luginbühl (64, FDP, Horn).

Deren Parteien schicken die 55jährige Romanshorner Primarlehrerin Gabriela Senn (für die CVP) und den 43jährigen Gerichtsschreiber Matthias Burri-Küng aus Horn (für die FDP) ins Rennen. Laienrichter will auch das bisherige Ersatzmitglied Ralph Brunner (56, SVP, Horn) werden. Zudem tritt der Präsident der EDU Thurgau, Daniel Wittwer, an. Der 56jährige Versicherungsfachmann aus Romanshorn gehört dem Thurgauer Kantonsrat an. Unter Druck kommt Hanspeter Heeb. Mit Klagen wegen angeblicher Persönlichkeitsverletzung, die letztlich nicht geschützt wurden, hatte er die Gerichte in Trab gehalten und ist deswegen bei einigen Romanshornern in Ungnade gefallen.

Ersatzrichter: Vier für drei

Als Ersatzmitglied tritt Migg Oswald (58, CVP, Arbon) erneut an. Die Amriswiler Stadträtin Daniela Di Nicola (46) soll für die SVP Ralph Brunner ersetzen und Bianca Rodriguez (51) für die SP die ebenfalls in Amriswil beheimatete Ärztin Katharina Burri-Brähm, die zurücktritt. Auf einen der drei Sitze aspiriert zudem die Parteilose Verena Läuchli-Plüer (59, Amriswil.)

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