Riesenrad machte nicht alle glücklich

Der Romanshorner Stadtrat lud am Montagabend zum ersten Stamm ein. 25 Personen setzten sich mit Stadtammann David H. Bon und Stadtrat Max Sommer an einen Tisch. Zur Hafenpromenade gingen die Meinungen auseinander.

Markus Schoch
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ROMANSHORN. Die Zeit war zu knapp bemessen. Auf eine Stunde war der erste Stamm im Bistro Panem begrenzt, aber auch nach eineinhalb Stunden waren noch Männer und Frauen ins Gespräch mit Stadtammann David H. Bon und Stadtrat Max Sommer vertieft.

Es gab viel zu reden an den zwei Tischen. Und längst nicht alle waren immer gleicher Meinung.

Laut bis in alle Nacht hinein

Kontrovers beurteilt wurde vor allem die Belebung der Hafenpromenade. Während jüngere Stammbesucher sich noch mehr Betrieb am Wasser wünschten, war es einem Anwohner schon jetzt viel zu viel. «Es kann nicht sein, dass bis um zwei Uhr am Morgen Lärm gemacht wird», meinte er. Die Polizei sei deswegen von ihm und anderen Betroffenen schon «x-mal» aufgeboten worden. Er nehme das Problem sehr ernst, sagte Bon und stellte eine Aussprache in Aussicht. Ihm selber seien noch keine Reklamationen zu Ohren gekommen.

Doch nicht nur am Radau störte sich der Anwohner. Auch am Riesenrad hatte er keine Freude. Vom einen Tag auf den anderen hätten ihm Dutzende direkt ins Schlafzimmer sehen können. Einzelne hätten sogar Fotos gemacht.

Raser nach wie vor Ärgernis

Zur Sprache kam auch der seit Jahren leer stehende «Volksgarten», der bekanntlich nicht aus dem Schutzplan der Gemeinde gestrichen werden darf. «Es gibt gewisse Ideen, wie es weitergehen könnte», sagte Sommer. Sie hätten «Zeichen erhalten» von der Baufirma, der die Liegenschaft gehöre.

Nach wie vor ein Ärgernis sind die Raser auf der Bahnhofstrasse. Kürzlich sei er aus dem Schlaf geschreckt worden, weil ein Ferrari-Fahrer mitten in der Nacht wiederholt aufs Gaspedal gedrückt habe, beschwerte sich ein Mann. Er habe das Gefühl, es sei ein bisschen besser geworden als Folge der Verkehrsberuhigung am Hafen, entgegnete Bon, der selber an der Bahnhofstrasse wohnt.

Aus der Runde gab es diverse Vorschläge, wie den Tempobolzern das Handwerk gelegt werden könnte: Blitzkästen, ein Kreisel in der Kreuzung Bahnhof-/Hafenstrasse, eine Lampe, Markierungen oder Pflästerungen im unteren, zur Innenstadt gehörenden Bereich. Die Fahrbahn zu verengen, sei nicht möglich, da es sich bei der Bahnhofstrasse um eine Kantonsstrasse handle, auf der zwei Lastwagen kreuzen können müssten, sagte Bon. Auf einer Gemeindestrasse wäre das anders. Die Stadt würde deshalb gerne den unteren Teil der Bahnhofstrasse übernehmen. «Wir sind am Verhandeln», sagte Bon.

Lob für den Gemeinderat

Weitere Themen waren am Montagabend unter anderem die fehlenden Standplätze für Wohnmobile und Cars, das Littering am See, ein neues Gemeindehaus und Autos, die teilweise wochenlang am Strassenrand stehen, während die auswärtigen Besitzer in den Ferien sind.

Einzelne Besucher waren vor allem gekommen, um Bon und Sommer für ihre Arbeit zu danken. «Es läuft etwas. In den letzten zwei Jahren ist viel Gutes passiert», meinte ein Ehepaar. Ein Mann freute sich darüber, dass in der Weihnachtszeit eine Tanne auf der Bunkerwiese beleuchtet wurde – wie er angeregt hatte.