RETO SCHERRER: "Ich habe noch keinen besseren Ort gefunden"

Reto Scherrer liebt den Thurgau, lebt im Thurgau und würde nur sehr ungern wegziehen. Besonders am Bodensee fühlt sich der Weinfelder wohl – aber nur zum Entspannen. Einkaufen in Konstanz ist für ihn kein Thema.

Iliana Perera
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Reto Scherrer ist Weinfelder durch und durch. Er habe noch keinen besseren Ort zum Leben gefunden, sagt er.

Reto Scherrer ist Weinfelder durch und durch. Er habe noch keinen besseren Ort zum Leben gefunden, sagt er.

Reto Scherrer, was hat Sie die letzte Woche besonders beschäftigt? Warum?

Wegen dem «Samschtig-Jass» nur das Thema Jassen. Jassen und Jasskarten – rauf und runter.

Warum wollen Sie unbedingt in Weinfelden wohnen und nirgendwo anders?

Gute Frage. Ich lebe seit meiner Kindheit hier und habe bis jetzt einfach noch keinen besseren Ort gefunden.

Wenn Sie den Thurgau verlassen müssten, wohin würden Sie ziehen?

Wenn ich wirklich müsste, dann vielleicht ins Tessin. Dort hat es etwas weniger Nebel als hier.

Gibt es einen Lieblingsort für Sie im Thurgau?

Ja, das habe ich eigentlich überall im Thurgau. Besonders gefällt es mir aber am Bodensee. Die Orte von Steckborn über Altnau bis Uttwil gefallen mir sehr. Im Sommer gehe auch immer wieder in andere Badis.

Was lieben Sie hier am Sommer?

Der Bodensee, der ist echt Hammer. Schön und erfrischend.

Was machen Sie, um gesund zu bleiben?

Nichts. Ich bin sehr gesund. Es gibt Leute, die tun etwas, um gesund zu sein, oder? Ich habe eigentlich nie etwas bewusst gemacht, um gesund zu sein. Ich schaue aber auch darauf, mir möglichst wenig zu schaden.

Haben Sie ein Morgenritual? Und wie sieht es aus?

Möglichst lange schlafen, das ist mein einziges Morgenritual. Ich bin überzeugt, wenn alle ausgeschlafen wären, gäbe es keine Probleme auf dieser Welt. Jeder sollte so lange schlafen dürfen, wie er möchte.

Können Sie kochen?

Ja. Das aufwendigste Gericht, das ich kochen kann, ist ein Mostindien-Steak. Das habe ich mal in einer Kochsendung live im Fernsehen gekocht. Das ist ein Stück Fleisch in einem Teig mit Äpfeln. Die Herausforderung dabei ist, dass das Steak und die Äpfel gleichzeitig gar sind.

Ihr Restaurant-Tipp lautet …

Das Gasthaus zur Rebe in Weinfelden. Es ist das Restaurant meiner Eltern.

Ihre liebste Glacesorte?

Kafiglace. Weil ich gerne Kaffee trinke und Glace esse. Das ist eine optimale Konstellation.

Was haben Sie zuletzt in Konstanz eingekauft?

Ich gehe nie in Konstanz einkaufen. Ich sehe keinen Grund, nach Konstanz zu gehen, wenn ich hier alles finde, was ich brauche. Ich kaufe meine Kleider in Weinfelden und gehe hier auch Lebensmittel einkaufen.

Was hören Sie im Auto?

Eigentlich nur Reinhard Mey. Es gibt keinen Menschen auf dieser Welt, der eine Geschichte in so kurzer Zeit so gut in einem Lied erzählen kann.

Mit welchem Vornamen würden Sie neu ins Leben starten wollen?

Mir gefällt der Name Hans wahnsinnig gut. Wenn ich einen Sohn hätte und ich alleine über den Namen entscheiden könnte, würde er Hans heissen. Da kommt mir auch Hans im Glück in den Sinn – das passt zu mir.

Was ist Ihr gefühltes Alter?

Das liegt bei etwa 32 Jahren, das sind 10 Jahre weniger, als ich jetzt bin. Ich fühle mich immer noch wie damals. Zwischen 20 und 30 habe ich den Altersunterschied gemerkt. Als ich über 30 war, ist die Zeit stehengeblieben.

Haben Sie ein Lieblingstier, und was bewundern Sie daran?

Ich bewundere Elefanten, weil sie so eine dicke Haut haben. Das braucht man manchmal.

Was nehmen Sie immer mit, wenn Sie aus dem Haus gehen?

Schuhe.

Lügen Sie manchmal?

Nein, ich lüge nicht. Manchmal übertreibe ich etwas.

Mit welchem Menschen würden Sie gerne einen Tag lang tauschen?

Ich würde mit einer Frau tauschen wollen – Doris Leuthard vielleicht. Weil sie als Staatslimousine einen Tesla fährt.

Ihr erster Traumberuf?

Radiomoderator. Und dabei ist es geblieben.

Haben Sie ein Vorbild?

Nein, das habe ich nicht. Weil ich denke, was ich mache, ist so weit okay. Ich mache, was ich für richtig halte, ich schaue bei niemandem ab.

Mit wem würden Sie gerne ein­mal eine Flasche Wein trinken?

Mit Reinhard Mey. Er hat ein Lied geschrieben, das «Mein alter Freund» heisst. Darin beschreibt er den Wein als seinen besten Freund.

In welchem Job wären Sie eine Fehlbesetzung?

Ich bin sehr schlecht im Umgang ­ mit Zahlen, und Mathe liegt mir überhaupt nicht. Als Buchhalter wä­re ich somit wohl definitiv nicht geeignet.

Was möchten Sie unbedingt in diesem Leben noch machen?

Brautreden halten bei den Hochzeiten meiner Töchter.

Wie lautet der Filmtitel Ihres Lebens?

Reto im Glück. Ich hatte in meinem Leben viel Glück und bin ein sehr glücklicher Mensch, deshalb passt dieser Titel.

Was würde Ihre Mutter über Sie sagen?

Er ist früher nicht immer der Einfachste gewesen, aber er hat sich schwer gebessert.

Was ist Ihr heimliches Hobby?

Brunnenputzen. Wir haben einen Brunnen zu Hause. Er ist sehr auf­wendig zu reinigen, und ich bin der Einzige, der das tut. Aber eigentlich ­mache ich es sehr gerne, denn am Schluss, wenn er wieder glänzt, sieht man das Resultat seiner Arbeit.

Freunde nennen Sie ...

... einfach nur Scherrer. Sonst habe ich keine Spitznamen.

Was soll einmal auf Ihrem Grabstein stehen?

Mit ihm konnte man lachen.

Welche Eigenschaften haben Sie von Ihrem Vater?

Von meinem Vater habe ich die Begeisterung für Wein und Reben geerbt. Er hat einen Rebberg, und ich habe ein paar Reben.

Und von Ihrer Mutter?

Das Reden! Meine Mutter redet noch mehr als ich. Ich bin ihr unendlich dankbar. Dass ich heute dort sein kann, wo ich bin, habe ich ihr zu verdanken. Sie ist eine richtige Entertainerin – für das Radio wäre sie perfekt.