Reserven bilden oder Steuern senken?

Nicht jeder alt Gemeindeammann findet sich mit dem ungeschriebenen Gesetz ab, nach seiner Pensionierung Zurückhaltung in der aktiven Gemeindepolitik zu üben. Ueli Zeugin jedenfalls fühlt sich auch im Ruhestand verpflichtet, auf einen «Missstand» der positiven Art hinzuweisen.

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Nicht jeder alt Gemeindeammann findet sich mit dem ungeschriebenen Gesetz ab, nach seiner Pensionierung Zurückhaltung in der aktiven Gemeindepolitik zu üben. Ueli Zeugin jedenfalls fühlt sich auch im Ruhestand verpflichtet, auf einen «Missstand» der positiven Art hinzuweisen. Er vermisse eine Reaktion des Gemeinderates auf den nicht unerwarteten Steuersegen, der den Kesswiler Behörden – einschliesslich Primar- und Sekundarschule – im Vorjahr 780 000 Franken zusätzlich in die Kassen gespült habe. «Das ist zwar erfreulicher Schnee von gestern», griff er der zu erwartenden Antwort des Gemeindeammanns vor, «aber aufgrund der guten Wirtschaftslage kann damit gerechnet werden, dass – auch unter der Berücksichtigung der Steuergesetzänderungen – der Steuermehrertrag im Jahr 2008 sogar noch höher ausfällt.» Mit Blick auf die kommenden Budgetberatungen empfiehlt er deshalb für 2009 eine Korrektur der früheren Fehleinschätzungen mit einer Steuerfusssenkung von gesamthaft 15 Prozent.

Gemeindeammann Hermann Haffter gab seinem Vorgänger prinzipiell Recht. Der Gemeinderat befasse sich mit solchen Gedanken. Zugleich wies er aber darauf hin, dass der Finanzbedarf der Gemeinde steigen werde, falls Projekte wie Schiffsanlegestelle oder Erwerb der Dorfwiese realisiert werden sollten; «dann nämlich werden unsere Reserven erschöpft und die Kassen leer sein», begründete Haffter. (de.)

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