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REGION: Fusion der Fürsorgeämter

Die Gemeinden Münsterlingen, Güttingen, Langrickenbach, Bottighofen und Kesswil gehen ihre Aufgaben im Bereich der Sozialen Dienste künftig gemeinsam an. Sie bilden ein Kompetenzzentrum.
Urs Brüschweiler
Gemeinderätinnen Denise Neuweiler und Sandra Stadler und Gemeindepräsident René Walther (Bild: ubr)

Gemeinderätinnen Denise Neuweiler und Sandra Stadler und Gemeindepräsident René Walther (Bild: ubr)

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

Der Anstoss zur regionalen Zusammenarbeit kam aus Münsterlingen. Auf der Gemeindeverwaltung hatte man Handlungsbedarf bei der Organisation der Sozialen Dienste ausgemacht. «Die Fälle werden komplexer, die gesetzlichen Rahmenbedingungen ebenfalls», sagt Gemeindepräsident René Walther. Die fachlichen Anforderungen an die Mitarbeiter der Gemeinden sind gestiegen, entsprechend schwierig sei es auch, geeignete Personen mit der nötigen Ausbildung zu finden. Dem gegenüber stehen die Fürsorger in den kleinen und mittleren Gemeinden, die diesen Ansprüchen in zum Teil recht kleinen Teilzeitpensen gerecht werden müssen. «Das Risiko eines Ausfalls besteht immer.» Die permanente Verfügbarkeit und Stellvertretungen seien für die Verwaltung schwierig zu gewährleisten. «Es gibt Notfälle, bei denen man nicht vorgängig einen Termin abmachen kann», beschreibt es Walther.

Büro in Münsterlingen, Aussenstelle in Güttingen

Also suchte man nach einer Lösung und fand sie in der Zusammenarbeit mit den Nachbarn. Acht Gemeinden waren zum Gespräch eingeladen. Man habe sich in der Beurteilung der Situation rasch gefunden. Im letzten Herbst entschieden die Gemeinderäte, den Weg weiterzuverfolgen. Eine Arbeitsgruppe entstand, und es wurden umfangreiche ­organisatorische und rechtliche Abklärungen getroffen, Verträge und Reglemente ausgearbeitet und die Ressourcen geplant. Entstanden ist daraus nun das «Kompetenzzentrum Soziale Dienste See». Die Gemeinden, die mitmachen, führen künftig kein eigenes Fürsorgeamt mehr, sondern ein gemeinsames in den ­Büros der Gemeindeverwaltung Münsterlingen. In Güttingen ist ein Aussenbüro vorgesehen, damit die Wege aufs Amt für die Klienten nicht zu lang werden.

Die drei Fürsorger, welche für ihre Anstellung ein hohes Anforderungsprofil erfüllen müssen, kümmern sich dann um die Sozialhilfebezüger aller beteiligten Gemeinden, ebenso um die Betreuung der Asylbewerber. Die Organisationsstruktur (siehe unten) erlaubt es einzelnen Gemeinden, sich verschieden stark einzubringen. Man kann also wählen, ob man die Verwaltungsdienstleistung im Bereich der ­Sozialen Dienste in Anspruch nehmen will, oder das «Case ­Managment» bei Ausständen der Krankenkassenprämien oder beides. Auch die Übergabe der behördlichen Aufsicht und Entscheidungskompetenz an die gemeinsame Kommission ist nicht zwingend.

Weniger Kosten für jede Gemeinde

Die Bündelung der Kräfte soll Synergien schaffen. Die Professionalität und die Fachkompetenz werden sicher gesteigert, sind sich René Walther, Sandra Stadler aus Güttingen und Denise Neuweiler aus Langrickenbach einig. Dies komme einerseits den Klienten zugute. Und man erhoffe sich durch konsequente Bearbeitung und Abklärung der Fälle mit Versicherungen und Organisationen auch weniger Kosten für die einzelnen Gemeinden. Denn was sich nicht ändert, ist, dass die Gemeinden selber für ihre Sozialfälle bezahlen müssen.

Von den acht angefragten Gemeinden machen fünf zumindest in Teilen mit, wenn es am 1. Januar 2018 losgeht. Mit Kesswil ist auch eine Gemeinde ausserhalb des Bezirks Kreuzlingen im Boot. Dies begründet sich darin, dass das Seedorf die Sozialen Dienste heute bereits mit Güttingen und Dozwil gemeinsam führt. Altnau und Lengwil waren am Prozess beteiligt, verzichten aber vorerst auf eine Beteiligung. Gemäss Walther können sie dem Kompetenzzentrum problemlos später noch beitreten. Jedoch erachte man eine Erweiterung darüber hinaus nicht als effizient.

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