Regina Hiller in der Pole-Position

Obwohl (noch) nicht gewählt, schafft Regina Hiller die Überraschung und dürfte auf dem Weg ins Primarschulpräsidium nicht aufzuhalten sein: Aus dem Stand erreicht sie das beste Resultat. Hanspeter Keller ist mit der Personalunion gescheitert.

Max Eichenberger
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2. Hanspeter Keller: 677 Stimmen.

2. Hanspeter Keller: 677 Stimmen.

Gewählt wurde am Wochenende zwar noch keine neue Präsidentin oder kein neuer Präsident der Primarschulgemeinde Arbon, weil niemand das absolute Mehr erreicht hat. Obwohl das Trio mit Regina Hiller vorneweg, Hanspeter Keller und Heinz Herzog relativ nahe beieinander liegt, spricht das Ergebnis eine deutlichere Sprache, als die knappen Differenzen vermuten lassen.

Aus dem Stand zur Favoritin

Klar in der Pole-Position für den zweiten Wahlgang, sofern er denn überhaupt stattfindet am 13. Februar und Regina Hiller noch mindestens ein Konkurrent verbleibt, ist die 48jährige Schulfachfrau. Für manche doch überraschend, hat die zuvor kaum bekannte Neu-Arbonerin nach nur vier Wochen Wahlkampf aus dem Stand das Spitzenergebnis erreicht mit 706 Stimmen. Sie gilt nun als Favoritin.

Sekundarschulpräsident Hanspeter Keller, der mit seiner Kandidatur eine Personalunion angestrebt hat und mit diesem Ansinnen offensichtlich gescheitert ist, vereinigt 677 Stimmen auf sich. Für Gewerkschaftssekretär Heinz Herzog, gestandenes Polit-Urgestein als SP-Kantonsrat und ehemaliger Stadtrat, der am vehementesten Kellers Personalunionsanspruch entgegentrat, kommt auf 640 Stimmen. Mit 227 Stimmen abgeschlagen bleibt der von der CVP portierte Urs Landolt. Die Stimmbeteiligung lag bei 34,3 Prozent.

Gute Resonanz gespürt

«Ich werte mein Ergebnis als Zeichen dafür, dass mein Profil vielen Leuten passt», so Regina Hiller. Angekommen sei, dass sie neben dem fachlichen Hintergrund auch Sozialkompetenz mitbringe, freut sich die heute im Bildungsdepartement St. Gallen Tätige. Mit dem Handicap der «Unbekannten» hat sie in den vier Wochen vor dem Wahlgang persönliche Kontakte gesucht und «viele gute Gespräche geführt». Bei diesen Begegnungen habe sie eine «gute Resonanz» erleben dürfen.

Auch von Leuten, die sie nicht kannten und darum anfänglich skeptisch gewesen seien. Hiller hat als Freisinnige auch gespürt, dass sie neben dem fachlichen Background auch mit ihren Wertehaltungen, «die näher bei der SP sind als bei der SVP», gepunktet hat. «Ich freue mich, mit dieser Unterstützung in die zweite Runde zu gehen.»

Keller: Hiller soll's machen

Anders die Gefühlslage von Hanspeter Keller: «Persönlich habe ich zwar ein gutes Resultat gemacht. Das Ergebnis interpretiere ich aber als klares Votum der Arboner Primarschulbürger gegen eine Personalunion Sek- und Primarschulpräsidium. Das System Personalunion genoss keine Präferenz, andernfalls hätte ich deutlich vorne liegen oder gar das absolute Mehr machen müssen», sagt Keller, der keine grosse Enttäuschung zeigt, weil es keine Wahl gegen ihn persönlich gewesen sei.

Darum werde er aller Voraussicht nach nicht mehr für einen zweiten Wahlgang antreten. «Für mich ist es so gut wie klar, ich müsste von den politischen Parteien schon ganz eindeutige andere Signale bekommen.» Keller geht bei seinen Schlussfolgerungen gar soweit, dass er es am ehesten sähe, Hiller würde als einzige noch verbleiben und könnte als neue Primarschulpräsidentin still gewählt werden.

Herzogs primäres Ziel erreicht

Heinz Herzog wird noch eine Nacht darüber schlafen, ob er nochmals antritt. Sein primäres Ziel sieht er fast erreicht: «Dass nämlich ein grosser Teil der Schulbürger kein Doppelpräsidium will. So ist das auch für die Schule das Beste.» Herzog räumt zudem ein, «dass Regina Hiller vom fachlichen Nachweis her am meisten bringt» und ihm selber «einen sehr guten Eindruck gemacht hat».

Enttäuscht über sein Abschneiden zeigt sich Urs Landolt: «Ich habe schon mehr erwartet», gesteht er. Aus dem Rennen mag er sich am für ihn bitteren Wahltag aber noch nicht nehmen. Er wolle noch einmal darüber schlafen.

3. Heinz Herzog: 640 Stimmen.

3. Heinz Herzog: 640 Stimmen.

4. Urs Landolt: 227 Stimmen.

4. Urs Landolt: 227 Stimmen.

4. Urs Landolt: 227 Stimmen.

4. Urs Landolt: 227 Stimmen.

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