Regierungsrat ist kein Thema

Nach der Wahlniederlage vom Sonntag will Max Vögeli, FDP, nicht mehr auf nationaler Ebene kandidieren. Er will so lange wie möglich Gemeindeammann von Weinfelden bleiben.

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Die Einsamkeit des Kandidaten: Max Vögeli verfolgt am Sonntag im Wahlzentrum in Frauenfeld die Resultate. (Bild: Donato Caspari)

Die Einsamkeit des Kandidaten: Max Vögeli verfolgt am Sonntag im Wahlzentrum in Frauenfeld die Resultate. (Bild: Donato Caspari)

Herr Vögeli, wie geht es Ihnen einen Tag nach der Wahlniederlage?

Max Vögeli: Ich nehme die Niederlage mit Sportgeist und freue mich auf die künftigen Herausforderungen.

Die Weinfelder haben Sie nun weiterhin als 100prozentigen Gemeindeammann. Wie lange noch?

Vögeli: Wie ich schon immer gesagt habe: Ich liebe meinen Beruf und will ihn so lange wie möglich ausüben.

Am Sonntag sagten Sie, dass Sie in vier Jahren nicht nochmals zur nationalen Wahl antreten werden. Bleiben Sie bei dieser Aussage?

Vögeli: Ja.

Weshalb wollen Sie nicht nochmals antreten?

Vögeli: Es ist wichtig, dass man in Bern etwa zehn bis zwölf Jahre im Einsatz sein kann. In vier Jahren ist das für mich nicht mehr realistisch. Dann bin ich 58.

Wollen Sie Thurgauer Regierungsrat werden?

Vögeli: Nein.

Was ist schief gelaufen, dass Sie nicht als Ständerat gewählt wurden?

Vögeli: Es sind in meinen Augen drei wesentliche Punkte: Erstens haben wir unsere Wählerinnen und Wähler im zweiten Umgang zu wenig gut mobilisieren können. Zweitens war das Thema «Doppelmandat» ein klares Handicap. Drittens gehört die FDP leider seit Jahren zu den Verlierern. Diese Talsohle endlich zu durchschreiten, scheint nicht ganz einfach zu sein.

Suchen Sie und Ihre Partei jetzt nach Schuldigen?

Vögeli: Wenn man eine Wahl gewinnt, dann ist die Welt immer in Ordnung. Bei einer Niederlage hingegen werden Fehler und Schuldige gesucht. Wir haben im Wahlstab eine gute Kampagne mit viel Engagement geführt. Die FDP Thurgau kann jetzt aber sicher nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergehen. Die Partei muss nun rasch die richtigen Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen.

Interview: Esther Simon