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Reden ist Silber, Singen ist Gold

NEUKIRCH-EGNACH. Simone Nicole setzt alles auf die Karte Musik: Die 22-Jährige ist halb Schweizerin, halb Amerikanerin, sie komponiert, textet, singt und hat sich das Gitarrenspiel selber beigebracht. Ihr erstes Lied schrieb sie im Kleiderkasten.
Christa Kamm-Sager
Simone Nicole: «Ich singe viel lieber, als dass ich rede.» (Bild: pd)

Simone Nicole: «Ich singe viel lieber, als dass ich rede.» (Bild: pd)

NEUKIRCH-EGNACH. Die kleine Simone war ein scheues Mädchen. Sie liebte die Musik. Schon immer. Ihr Vater ein Gitarrist, die Mutter eine leidenschaftliche Sängerin, gehörte die Musik ganz normal zum Alltag der schweizerisch-amerikanischen Familie, die in Florida lebte, ein paar Jahre in der Schweiz zu Hause war und jetzt dann in Texas wohnt. Nur selten aber hörte jemand das Mädchen singen, viel lieber hörte sie zu. Bis ihre Mutter der kleinen Simone einen Kassettenrekorder schenkte und sie darauf ein selber komponiertes Lied aufnahm. Im Kleiderkasten, damit sie niemand hören konnte.

Als die 12-Jährige später dieses Lied «Not Where I Wonna Be» («Nicht da, wo ich sein möchte») ihrer Mutter vorspielte, konnte diese es fast nicht fassen. Dieses stimmige Lied soll ihre Tochter geschrieben haben? Diese schöne Stimme soll ihrer Simone gehören?

Von Dallas nach Neukirch

Mittlerweile ist Simone Nicole zehn Jahre älter und nicht mehr ganz so scheu, aber immer noch eine zurückhaltende, junge Frau. Für ein knappes Jahr hat sie ihre Heimatstadt Dallas in Texas mit dem ländlichen Neukirch-Egnach getauscht, der Heimat ihrer Mutter und ihrer eigenen zweiten Heimat. Denn schon als Kind lebte sie mit ihrer Familie ein paar Jahre in Amriswil, spricht deshalb auch gut Schweizerdeutsch.

Ihren Traum, als Sängerin durchstarten zu können, hat sie in ihren Koffer mit eingepackt. Sie hat in der Schweiz an Castings für TV-Shows teilgenommen – unter anderem am Vorsingen für «Voice of Switzerland» – doch es hat nicht gereicht für die nächste Runde. Aber von der Jury hat sie Komplimente für ihre schöne Stimme bekommen. Eine gute Erfahrung mehr. «Es braucht viel Durchhaltewillen. Ich weiss tief in mir drin, dass ich diesen Weg gehen möchte und dafür alles gebe», sagt sie.

Sie denke viel darüber nach, wie es mit ihr weitergehen werde, doch die Antwort, ob sie wirklich alles auf die Karte Singen setzen soll, laute immer aus vollem Herzen «Yes!». «Ich möchte nichts anderes machen, als Sängerin sein», sagt sie. «Die Musik bedeutet mir viel. Ich singe viel lieber, als dass ich rede.»

CD und Videoclips

In Amerika sei sie in fünf Minuten mit ihrem Auto mitten in der Stadt, hier in der Schweiz habe sie gelernt, sich mit Bus und Zug fortzubewegen. «Ich habe die grüne Natur hier schätzengelernt und schon viel von der Schweiz gesehen, von Zermatt bis St. Moritz, von Luzern über Zürich bis Basel.»

Ihre Musik verbreitet Simone Nicole über YouTube oder über ihre eigene Website. Der aktuellste Song, das Duett «How About (We Share Some Laughter)», ist auch wie ihr Lied «Smile» über i Tunes zu kaufen. Dank Freunden und Bekannten konnte sie eine CD produzieren und hat professionelle Videos zu ihren Liedern gedreht. Die Filmerei und Fotografie ist eine weitere grosse Leidenschaft der 22-Jährigen. Zu vielen ihrer Lieder hat sie eigene Clips gedreht, an denen sie oft nächtelang arbeitet.

Ein Lied in fünf Minuten

Als Schlagzeugerin war Simone Nicole zwei Jahre Mitglied in einer Band. «Mein Stil ist aber eher ruhiger, nicht so sehr Rock 'n ' Roll.» Deshalb gehe sie heute ihren eigenen Weg mit Musik im Indie-, Pop-, Singer/Songwriter- oder Alternativ-Rock-Stil. Mit einigem Erfolg: Immer mehr werde sie in ihrer Heimatstadt Dallas gebucht für verschiedene Auftritte.

In der Schweiz wohnt sie bei Freunden der Familie in Neukirch und jobbt etwas, um den Alltag bestreiten zu können. Daneben schreibt sie auch Songs mit Inspirationen aus ihrer neuen Umgebung. «Meistens habe ich zuerst den Text für ein neues Lied, und erst nachher kommt die Melodie dazu.» Es komme vor, dass sie innerhalb von fünf Minuten ein Lied schreiben könne. Aber heute hat sie keinen Grund mehr, sich dafür in den Kleiderkasten zurückzuziehen.

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