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Recycling-Pioniere trumpfen auf

AMLIKON-BISSEGG. Zwei Jahre lang haben drei Thurgauer Gemeinden ein neues Abfall-Entsorgungssystem getestet. Auch die Erfahrung aus Amlikon-Bissegg ist ins Pilotprojekt eingeflossen. Fazit: Plastik-Recycling senkt den Ölverbrauch und den CO2-Ausstoss.
Basil Höneisen
Gemeinderat Beat Bachmann zeigt einen Sack voll rezykliertem Kunststoff-Granulat. Dieses wird aus gesammelten Plastikabfällen gewonnen. (Bild: Basil Höneisen)

Gemeinderat Beat Bachmann zeigt einen Sack voll rezykliertem Kunststoff-Granulat. Dieses wird aus gesammelten Plastikabfällen gewonnen. (Bild: Basil Höneisen)

Milchpackungen, Petflaschen und Joghurtbecher – alles in den selben Sack. Das ist Teil eines neuen, gesamtschweizerischen Abfallkonzepts. Parallel zur Ausarbeitung dieses Konzepts haben sich die Gemeinden Amlikon-Bissegg, Affeltrangen und Eschlikon an einem zweijährigen Pilotprojekt für dieses neuartige Abfall-Entsorgungssystem beteiligt.

Beat Buchmann, Gemeinderat von Amlikon-Bissegg, zieht eine positive Bilanz: «Das System ist sehr effizient. Für jeden gefüllten 60 Liter-Abfallsack sparen wir drei Liter Erdöl und fünf Kilogramm CO2», sagt er. Erdöl werde durch die Wiederverwertung des Plastiks gespart, CO2 durch das Wegfallen der Verbrennung. «Ausserdem kann jeder Haushalt sein Kehrichtvolumen um die Hälfte reduzieren und so Abfallgebühren einsparen.»

Es nennt sich «Green Plastics»

Das neue Entsorgungssystem stützt sich auf ein Konzept namens «Green Plastics» und wurde mit wissenschaftlicher Begleitung der Universität St.Gallen erarbeitet. Die Idee sieht folgendermassen aus: Der Bürger kauft sich eine Rolle spezieller «Kunststoff-Sammelsäcke» bei der Gemeinde. In diese Säcke kann er jeglichen Abfall aus dem Haushalt werfen, der aus Kunststoff besteht – das schliesst Pet- und Tetrapackungen mit ein. Die gefüllten Kunststoff-Sammelsäcke stellt der Konsument dann vor die Haustüre – und damit ist des Bürgers Arbeit getan. So verkleinert sich die Menge seines üblichen Kehrichts.

Aus Plastikabfall werden Rohre

Die Sammelsäcke voller Plastik werden von der Gemeinde eingesammelt und zur Inno Recycling AG nach Eschlikon verfrachtet. Dort werden die Säcke verdichtet und zu einer österreichischen Firma transportiert, die im Besitz einer Maschine ist, welche die verschiedenen Kunststoffe sortiert. Die sortierten Ballen werden wieder zurück in die Schweiz gebracht. «Das Hin- und Herfahren ist etwas unglücklich. Im gesamtschweizerischen Konzept <Green plastics> ist jedoch vorgesehen, dass dieser Arbeitsschritt künftig in der Schweiz abgewickelt wird», sagt Beat Buchmann. «Von den sortierten Kunststoff-Ballen können 60 bis 70 Prozent in der Region selbst verwertet werden.»

Zum Beispiel wird daraus Polyethylen hergestellt, ein bestimmtes Kunststoff-Granulat, das wiederum für Produkte wie Rohre oder andere Bauteile gebraucht wird. Die Gemeinden erhalten aus dem Verkaufserlös dieses rezyklierten Granulates eine Rückvergütung für den gelieferten Kunststoffabfall. «Je nach Angebot und Nachfrage können dafür sehr gute Marktpreise erwirtschaftet werden», sagt Beat Buchmann.

Die technische Umsetzung der stofflichen Verwertung von Haushalts-Kunststoffen sei heutzutage möglich. «Und für alle beteiligten Parteien wirtschaftlich vertretbar», fügt der Elektroingenieur an.

Nullsummenspiel für Gemeinde

Buchmann verspricht sich viel vom neuen System. «Unser Pilotprojekt ist ein voller Erfolg.» Bezüglich den Kosten sei es für die Gemeinde ein Nullsummenspiel. «Die gesamten Kosten für Sammlung, Sortierung und Verwertung sind aus den Sackgebühren und dem Erlös der Granulate vollends gedeckt», sagt Buchmann. Und der Konsument spare zusätzlich, da er weniger Abfallgebühren bezahlt. Der Bürger müsse lediglich den Kunststoff vom restlichen Kehricht trennen.

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