Recycling mit Vorbehalt

Räbeblatt

De Wortmetz
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Bei uns gibt es wunderbare Joghurtbecherli zu kaufen – inhaltlich nach jedem Geschmack und die Verpackung lässt sich ebenfalls als vorbildlich betrachten. Das Plastikbecherli umrandet mit einem bedruckten Karton, der Deckel aus Alu. Alles in allem eine wunderbare Idee fürs Recycling. Alu und Karton sind kein Problem, wenn man allerdings das Plastikbecherli in die für Plastikflaschen vorgesehenen Behälter wirft und der Werkhofmitarbeiter bemerkt dies, ja dann holt er das Becherli wieder raus und wirft es in den Müll.

Da stellt sich doch die Frage, warum ein solcher Aufwand betrieben wird, etwas super Recyclebares herzustellen, nur um es dann doch wieder in den Müll zu werfen. Anderseits stolpert diese Variante auch noch über die Nachhaltigkeit. Nämlich dann, wenn man das Becherli vorher ausspült, womöglich noch mit warmem Wasser.

Das ist zwar nur eine kleine Menge Plastik von so einem Becherli, allerdings, wenn man bedenkt, wie viele Tonnen Joghurt im Jahr verspeist werden, kommt da schon einiges an Verpackung zusammen. Und wenn das Gewissen beruhigt ist, man etwas für die Nachhaltigkeit unternommen hat, wenn auch nur scheinbar, darf man sich dann wohl fühlen?

Anstatt Strassen zu sanieren, könnte man doch in eine Plastik-Sortieranlage investieren. Plötzlich würde jedes Becherli wieder zu irgendetwas werden, was dann nach Gebrauch wieder zu irgendetwas werden würde – und so weiter. Das wäre dann Recycling ohne Vorbehalt.

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