Rechnung '08 mit Rekordüberschuss

ARBON. Superlative soll man zurückhaltend in den Mund nehmen, weiss Stadtrat Patrick Hug. Eine Ausnahme machte der Finanzressort-Chef gestern bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2008: Die laufende Rechnung schloss nämlich mit einem Rekordüberschuss.

Max Eichenberger
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Gemälde von Konrad Strasser als «Geschenk» erhalten für Strandbad-Restaurierung: Stadtammann Martin Klöti, Stadtrat Patrick Hug (Ressort Finanzen), Mischa Vonlanthen, Leiter Abteilung Finanzen (v. r.). (Bild: Max Eichenberger)

Gemälde von Konrad Strasser als «Geschenk» erhalten für Strandbad-Restaurierung: Stadtammann Martin Klöti, Stadtrat Patrick Hug (Ressort Finanzen), Mischa Vonlanthen, Leiter Abteilung Finanzen (v. r.). (Bild: Max Eichenberger)

Budgetiert hatte man ein ausgeglichenes Ergebnis. Den besten Abschluss seit Bestehen der Politischen Gemeinde begünstigte zum einen der unerwartete Steuersegen: Hier flossen satte Mehrerträge von 1,3 Mio. Franken: allein 850 000 Franken bei den natürlichen Personen, hinzu 300 000 bei den juristischen Personen. Und auch der Grundstückhandel brachte Mehrerträge. «Bei allem Optimismus haben wir damit nicht gerechnet», so Hug. Auch andere Gemeinden seien ähnlich positiv überrascht worden.

Profiteur des Finanzausgleichs

Über den Neuen Finanzausgleich (NFA) flossen ebenfalls mehr Mittel in die Gemeindekasse: aufgrund der Anfang 2008 vom Kanton gemeldeten Zahlen rechnete man mit 384 000 Franken zu partizipieren; schliesslich war es eine knappe Million (971 000 Franken). Die Gemeinden hätten überproportional partizipiert. Die hohe Liquidität und die straffe Ausgabendisziplin führten Hug und Stadtammann Martin Klöti als weitere Faktoren an. So ergab sich bei den Zinsen unter dem Strich eine Besserstellung um 370 000 Franken. Zudem musste die Stadt 460 000 Franken weniger als vorgesehen an die Prämienverbilligungen leisten.

Sozialhilfe leicht steigend

Bei der Öffentlichen Sozialhilfe sei eine Trendwende bei den Fallzahlen zu verzeichnen: Erstmals nämlich seit 2005 sei die Anzahl der Abschlüsse tiefer als die Neuanmeldungen. Daraus könne geschlossen werden, so Hug, dass die Aufarbeitung der Fälle früherer Jahre abgeschlossen sei. Leicht angestiegen ist der Sozialhilfe-Nettoaufwand: von 126 auf 140 Franken pro Einwohner.

Weil 2007 und 2008 weniger investiert worden war, musste weniger abgeschrieben werden. Anders als 2006 beim Verkauf von Telekabel-Aktien waren es diesmal nicht hohe ausserordentliche Erträge, die das Ergebnis schönten: die Erträge aus dem Verkauf des alten Feuerwehr-Depots an der Berglistrasse und der Buchgewinn der Rondelle beim Übertrag ins Finanzvermögen nehmen sich da mit 152 00 Franken geradezu bescheiden aus.

Polster für magere Jahre

Wenn das Parlament der Intention des Stadtrates folgt, sollen vom Ertragsüberschuss 1,5 Mio. Franken für zusätzliche Abschreibungen verwendet werden. Dies wird die kommenden Jahresrechnungen entlasten. 190 000 Franken weniger abschreiben zu müssen, macht Klöti zufolge immerhin fast ein Steuerprozent aus. Um die restlichen 955 000 Franken soll das Eigenkapital aufgestockt werden – auf 4,4 Mio. Franken. Das ist gemäss Hug ein gutes Polster für die finanziell schwieriger werdenden Jahre. «Damit könnten zwei, drei oder gar vier Defizite abgefedert werden.» Das Ziel, über Eigenkapital von zehn Prozent des Umsatzes (42,4 Mio. Gesamterträge) zu verfügen, ist laut Klöti erreicht «und bleibt kein Luftschloss».

Schulden weiter abgebaut

2008 sind weitere 3 Mio. Franken Darlehen amortisiert worden; 17 Millionen waren es bereits in den sieben Jahren zuvor. Damit verringerte sich die Schuld kontinuierlich: netto beträgt sie noch 420 Franken pro Einwohner, gegenüber 653 Ende 2007. «Die Tendenzen stimmen für eine gute Reputation der Stadt», nennt der Stadtammann das Credo: «Eigenkapital rauf, Verschuldung runter; Investitionen rauf, Steuern runter.»

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