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REALITY-TV: Romanshorner Original sucht eine weitere Grenzerfahrung im Rudel-TV

Kurt Oberländer hat sich mit 82 Jahren auf sein vielleicht grösstes Abenteuer eingelassen. Für eine neue Show von ProSieben zieht er mit 99 anderen Personen in ein kleines Haus, wo es an allem fehlt.
Markus Schoch
Der 83-jährige Entertainer und Tausendsassa Kurt Oberländer auf seinem Balkon mit Sicht auf den Hafen Romanshorn. (Bild: Reto Martin)

Der 83-jährige Entertainer und Tausendsassa Kurt Oberländer auf seinem Balkon mit Sicht auf den Hafen Romanshorn. (Bild: Reto Martin)

Es ist eine Grenzerfahrung, die Menschen in seinem Alter nicht mehr suchen. Aber Kurt Oberländer ist nicht wie die anderen in seinem Alter: Der 82-Jährige Romanshorner ist extrem fit, lebenshungrig und ein bisschen verrückt, wie er selber sagt. «Ich bin einer, der immer ans Limit und darüber hinaus geht.»

Im Mai zog der Romanshorner als einer von zwei Schweizern mit 99 anderen Menschen in ein Haus, das vier Personen Platz bietet und das sie nicht verlassen durften, wenn sie im Rennen bleiben wollten. Es steht in Satzvey in der Eifel und ist Schauplatz der neuen Reality-Show «Get the F*ck out of my House», die ab 4. Januar auf ProSieben läuft. Es ist nach Angaben des deutschen Privatsenders das «meist beachtete internationale TV-Format der Fernsehmesse MIPCOM 2016» und ein Ausdauerwettbewerb der extremen Art: Wer es am längsten auf engstem Raum mit praktisch Nichts ausser grosser Konkurrenz und viel schlechter Luft aushält, gewinnt 100'000 Euro. Ausser er wird vorher rausgeworfen.

Überall Kameras und Mikrofone

45 Frauen und 55 Männer liessen sich auf das auf vier Wochen angelegte Sozial-Experiment unter Dauerbeobachtung ein. Es waren überall Kameras installiert, die rund um die Uhr liefen. Und alle Bewohner trugen meist ein Headset mit Mikrofon, das es den Produzenten erlaubte, die Gespräche aufzuzeichnen. Die von aussen gesteuerten Lichter gingen erst um Mitternacht aus und am frühen Morgen bereits wieder an. Oberländer war der bei weitem älteste Bewohner der bunt zusammengewürfelten Fernseh-WG. Am nächsten kam ihm Hannelore, die mit ihren 65 Jahren aber wie alle anderen sein Kind hätte sein können.

«Es war ein einzigartiges Erlebnis, das ich nicht missen will. Ich habe im Haus den berührendsten Geburtstag meines Lebens gefeiert», sagt Oberländer. Es war aber auch ein Überlebenskampf, der ihm alles abverlangte und acht Kilo Gewicht kostete. Denn viel hatten er und seine Mitbewohner nicht. «Man durfte nicht zimperlich sein.» Das Haus mit 116 Quadratmetern Wohnfläche war für eine Klein-Familie eingerichtet: Für zwei Erwachsene und zwei Kinder gab es Essen, Getränke, Toilettenpapier und Betten. Weil es nicht für alle genug hatte, brauchte es Regeln. Sie aufzustellen und durchzusetzen, sei nicht immer einfach gewesen, sagt Oberländern. Es wurde auch mal laut.

Ein «Hausboss» sorgte für Ordnung.

Mitnehmen durften der Romanshorner Musiker und seine Mitbewohner nur das Nötigste: vier Unterhosen, vier Hemden, vier Hosen, vier Socken, vier Taschentücher, wenige Toilettenartikel und drei Zigarettenpäckli. Alles musste in einer kleinen Plastikbox Platz haben. Oberländer versuchte, eine Luftmatratze ins Haus zu schmuggeln - ohne Erfolg. Sein bester Entscheid war, eine dicke Winterjacke mitzunehmen, dank der er in der Nacht einigermassen bequem lag, wenn der Boden seine Matratze war - der Normfall. Die 100 Personen mussten sich ein Wohnzimmer, ein Esszimmer, ein kleines Bad mit Dusche und Toilette, eine Küche, zwei Kinderzimmer sowie den Hausflur und die Terrasse teilen. Ablenkung gab es keine: «Wir hatten kein Fernsehgerät, keinen Radio, kein Telefon, nicht einmal eine Uhr», sagt Oberländer. Unterhaltung boten einzig Spiele.

Trotz enormer Strapazen war es für Oberländer «ein Riesenglück», dabei gewesen zu sein. Er wolle als Unterhaltungskünstler weiter auf der Bühne stehen - das nächste Mal an Silvester im Restaurant Bahnhof in Berg, «Um im Gespräch zu bleiben, muss man etwas machen.» Und Oberländer ist bereit, sogar etwas mehr zu machen als alle anderen.

«Get the F*ck out of my House» – ab 4. Januar 2018, donnerstags, um 20.15 Uhr, ProSieben

Nach 40 Jahren noch immer süchtig nach Rampenlicht

Kurt Oberländer steht seit Jahrzehnten auf der Bühne als Unterhaltungskünstler, zuletzt zusammen mit Brigitte Fröhli als Duo Frohländer. Nach wie vor zeigt der Romanshorner seine Las Vegas-Show. Mit seinem Bruder landete er vor etwa 40 Jahren als Peter und Curd Overland mit «Veronica» einen Hit. Der gelernte Koch und Hotelier trat zweimal bei den «Grössten Schweizer Talenten auf» und war schon acht Mal beim Casting für «Deutschland sucht den Superstar». Und es geht weiter: Oberländer hat sich vor wenigen Tagen für «The voice senior» auf Sat1 angemeldet. Den Sendestart von «Get the F*ck out of my House» wird Kurt Oberländer verpassen. Er reist Anfang Jahr für drei Monate nach Kambodscha. Sein Freund Andy Scheidegger baut in Tatai am Preat River ein Hotel auf - das Tropical Paradise Resort. Oberländer wird dort unter anderem Fischen - eine seiner grossen Leidenschaften. Scheidegger und seine Frau haben eine Romanshorner Vergangenheit. Der Spezialist für amerikanische Autos führte einst das Restaurant Sonne, wo zuletzt das Sporthaus Schäffeler war. Sie war lange Wirtin im «Bäckerstübli» an der Amriswilerstrasse. (mso)

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