Raum für Kinder statt Soldaten

WEINFELDEN. In vier Monaten haben Bauarbeiter die Militärunterkunft im Paul-Reinhart-Schulzentrum in neue Unterrichtsräume verwandelt. Den an der Schulversammlung bewilligten Kredit von 380'000 Franken hat die Schulbehörde eingehalten.

Mario Testa
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Die beiden Psychomotorik-Therapeutinnen Katja Wiest und Jeannette Dilger freuen sich über ihren hellen, neuen Arbeitsraum. (Bild: Mario Testa)

Die beiden Psychomotorik-Therapeutinnen Katja Wiest und Jeannette Dilger freuen sich über ihren hellen, neuen Arbeitsraum. (Bild: Mario Testa)

Die Aussicht ist nicht mehr so schön wie zuvor, dafür ist der Raum umso besser. Die beiden Psychomotorik-Therapeutinnen der Primarschule Weinfelden und der Volksschule Berg-Birwinken sind glücklich über ihren neuen Arbeitsplatz. «Der Raum ist grösser und heller und bietet uns mehr Möglichkeiten», sagt Katja Wiest. Bis vor den Sommerferien belegte sie und ihre Arbeitskollegin ein kleines Schulzimmer im Paul-Reinhart-Schulzentrum für ihre Therapiestunden mit den Kindern. Jenes Zimmer benötigt die Primarschule Weinfelden seit den Sommerferien jedoch wieder für den Regelunterricht, also brauchte es eine neue Bleibe für das Psychomotorik-Team.

An der Schulgemeindeversammlung im Januar hat die Schulbehörde den Stimmbürgern deshalb einen Kredit über 380'000 Franken vorgelegt, um aus der ehemaligen Militärunterkunft im Schulzentrum neue Unterrichtsräume zu bauen, unter anderem den Raum für die Psychomotorik-Therapien. Seit über zehn Jahren wurden die Räume nicht mehr vom Militär genutzt und standen der Schule als Lagerräume zur Verfügung. «Nach der Genehmigung des Kredits im Januar ging es sehr schnell», sagt Daniel Engeli von der Primarschulbehörde. «Im April war Baustart, und 16 Wochen später sind die Umbauten abgeschlossen. Der Kreditrahmen wurde dabei eingehalten.»

Anfängliche Skepsis ist gewichen

Aus vier langen und dunklen Räumen der ehemaligen Militärunterkunft sind drei Schulräume entstanden. Den einen nutzt die Tagesschule als Büro und Aufgabenraum, der zweite bietet als Unterrichtsraum Platz beispielsweise für Religionsunterricht oder Sprachunterricht, und aus zwei der ehemaligen Räume wurde der neue Arbeitsplatz für die beiden Psychomotorik-Therapeutinnen. «Mit der Realisierung dieser drei Räume haben wir einen grossen Schritt gemacht für eine ideale Nutzung unseres Schulzentrums», sagt Schulleiter Hansjörg Aeschbacher (siehe Wörtlich). «Ich war anfangs skeptisch, ob aus diesen dunkeln <Löchern> wirklich schöne Schulräume werden können. Aber sie sind es geworden.» An der Einweihung der neuen Räume am Donnerstagabend ist auch Benno Rast, Präsident der Volksschulgemeinde Berg-Birwinken (VSBB) zugegen. «Wir freuen uns, dass wir so schlank zu diesen neuen Räumen gekommen sind und können den Weinfelder Kollegen nur Danke sagen und zum Werk gratulieren», sagt er. Die VSBB bezahlt Miete für die Mitnutzung des neuen Psychomotorik-Raums.

Therapie für belastbare Kinder

Weinfeldens Primarschulpräsident Thomas Wieland führt am Donnerstagabend durch die kleine Eröffnungsfeier und stellt zufrieden fest: «Früher haben sich hier Soldaten von körperlichen und geistigen Belastungen erholt – heute können wir hier Kinder körperlich und geistig fördern, damit sie den Belastungen gewachsen sind.» Die Primarschulbehörde wolle mit dem Umbau auch zeigen, dass sie am Angebot der Psychomotorik-Therapien festhält.