Rasantes Abenteuer im Thüringer Wald

Roman Bächtold aus Metzgersbuhwil nimmt am längsten Hundeschlittenrennen Zentraleuropas teil. Das Wetter macht seinen Tieren zu schaffen.

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Roman Bächtold aus Metzgersbuhwil ist leidenschaftlicher Hundeschlittenfahrer. Lange betreibt er sein Hobby jedoch noch nicht. «Ich fahre jetzt die vierte Saison. Angefangen habe ich mit Sprintrennen in der Schweiz, vergangenes Jahr habe ich ein Mittelstreckenrennen in Österreich bestritten, und nun bin ich erstmals an der Trans Thüringia mit dabei», sagt der Entwicklungs­ingenieur. Die Trans Thüringia ist das längste Hundeschlittenrennen für reinrassige Hunde in Zentraleuropa.

Sieben Etappen an sieben Tagen müssen die Musher mit ihren Hunden absolvieren. Bächtold bestreitet sein Rennen in der Kategorie Tourenfahrer. «In dieser Kategorie geht es nicht um die Zeit, sondern um die zurück­gelegte Strecke», sagt Bächtold. Von den ersten vier Etappen hat er drei bestritten und liegt mit 99 gefahrenen Kilometern zu Rennhälfte im vorderen Drittel der ­Tabelle. «Eine Etappe war ein Nachtrennen, die habe ich ausgelassen.»

Angereist nach Thüringen ist Bächtold mit seiner Frau in einem Bus. Sieben Hunde sind mit dabei. Drei von ihnen sind jedoch noch zu jung, um überhaupt am Rennen teilnehmen zu dürfen. «Im Fahrerlager erleben sie aber schon etwas Rennatmosphäre, so können sie Erfahrungen sammeln. Ich trainiere auch mit ihnen.» Ins Rennen gestartet ist Bächtold mit vier Hunden der Rasse Alaskan Malamute. «Die ersten beiden Tage ging es sehr gut. Es war kalt, und die Hunde mochten laufen», sagt der 45-Jährige. «Einer meiner Hunde wollte dann aber nicht mehr, nun ziehen noch drei den Schlitten.» Das Problem seien die Wärme und der tiefe, nasse Schnee. «Meine Malamutes vertragen die Wärme nicht, und sie sind fast doppelt so schwer wie die anderen Rassehunde. Da macht ihnen der tiefe Schnee zu schaffen.»

Gestern war Ruhetag für die Fahrer und ihre Tiere. Der Tross ist einige Kilometer weitergereist. Dort warten die drei letzten Etappen. «Leider hat es geregnet. Ich weiss nicht, wie viele Etappen wir noch fahren können», sagt Bächtold. Am Dienstag tritt er mit seiner Frau und den Hunden die Heimreise in die Schweiz an.

Mario Testa

mario.testa

@thurgauerzeitung.ch