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RAPERSWILEN: Das kleine Dorf tickt anders

Nur sechs Gemeinden in der Schweiz sagten am Sonntag Ja zur No-Billag-Initiative. Eine davon liegt auf dem Seerücken. Der ländliche Ort erhält dafür jetzt einige Aufmerksamkeit.
Urs Brüschweiler
Raperswilen: besonders klein, besonders idyllisch, besonders konservativ. (Bild: Donato Caspari)

Raperswilen: besonders klein, besonders idyllisch, besonders konservativ. (Bild: Donato Caspari)

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler@thurgauerzeitung.ch

«Wo um Himmels willen ist Raperswilen?», fragt sich Vinzenz Wyss. Der Medienprofessor aus Winterthur postete gestern eine Kurzmeldung auf Facebook. Inhalt: Raperswilen sagt Ja zu No-Billag. Das Dorf gehört damit zu einer exklusiven Gruppe. Nur in sechs Schweizer Gemeinden überwiegen die Befürworter der Initiative. Auf der TZ-Karte der Abstimmungsresultate sticht die Seerücken-Gemeinde blau hervor, während alle andern Thurgauer Orte rot eingefärbt sind.

Gemeindepräsident Willi Hartmann nimmt die plötzliche Aufmerksamkeit für Raperswilen mit Humor. «Vielleicht können wir aus dieser Bekanntheit eine Marketingidee schöpfen», sagt er und schmunzelt. Dass in der kleinen Gemeinde generell sehr bürgerlich abgestimmt werde, sei aber kein Geheimnis. Wobei mit 75 Ja- zu 72-Nein-Stimmen das Resultat eigentlich sehr ausgewogen sei, wie Hartmann anfügt. Im Abstimmungskampf sei in Raperswilen aber nichts Aussergewöhnliches vorgefallen und auch von besonders intensiven Diskussionen sei ihm nichts bekannt.

Die Treue zur Partei

Max Christinger glaubt, dass viele Raperswiler eben treu der Parole der SVP-Kantonalpartei gefolgt seien. Eine andere Erklärung sehe er auch nicht. Er muss es wissen, der 90-Jährige hat schon fast jedes politische Amt in der Gemeinde innegehabt und kennt das Dorf bestens. Nicht ohne Stolz merkt er an, dass Raperswilen eben schon seit jeher eine Hochburg der SVP gewesen sei. Auch wenn er selber bei No-Billag gegen die Parteimeinung gestimmt habe.

Überraschend kam das Resultat für Doris Michielin. Sie ist zwar keine Raperswilerin, sondern Wäldemerin, präsidiert jedoch die gemeinsame SVP-Ortspartei. Eine spezielle Ursache kann sie aber nicht ausmachen.

«Das Ergebnis passt ins Bild», sagt H. Joachim Güttler. Er lebt in Büren, einem Weiler in der Gemeinde, und veranstaltet seit Jahrzehnten regelmässig Konzerte in seinem Haus. Er erlebe die Raperswiler als sehr konservativ, sagt er. Seine Anlässe, mit denen er auch zur Dorfkultur beitragen wolle, würden von den Einheimischen kaum wahrgenommen. Güttler ist zwar als Deutscher nicht stimmberechtigt, mischt sich aber dennoch gerne ein. Seine etwas frotzelnde Einschätzung zum Raperswiler Ergebnis: «Die dachten, hier können sie etwas sparen.»

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