Raiffeisen plant neuen Standort

BISCHOFSZELL. An der Steigstrasse hat die Raiffeisenbank Zihlschlacht-Muolen-Bischofszell das Kaufrecht einer Parzelle für einen Neubau erworben. Derzeit läuft der Studienauftrag für Architekten. Das denkmalgeschützte Gebäude soll bestehen bleiben.

Andrea Kern
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Marcel Vontobel, Präsident des Verwaltungsrates.

Marcel Vontobel, Präsident des Verwaltungsrates.

«Wir möchten die ganze Administration der Bank zukünftig in Bischofszell abwickeln», sagt Rolf Müller. Er ist Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Zihlschlacht-Muolen-Bischofszell. Derzeit arbeiten in der Bischofszeller Filiale gleich beim Bahnübergang an der Steigstrasse 2 drei Angestellte. Das soll sich ändern. «Das Gebäude ist nicht optimal. Es ist eng und erlaubt keinen Ausbau.» Deshalb soll gleich wenige Meter oberhalb ein neuer Standort entstehen.

Kaufrecht für zwei Jahre

Wie Verwaltungsratspräsident Marcel Vontobel erklärt, hat die Raiffeisenbank für die Parzelle 227 am 23. Mai ein Kaufrecht eingetragen. Die Liegenschaft ist im Besitz von Christoph und Daniel Huber. Gegen Südwesten ist eine Parzellenerweiterung vorgesehen. Dieses Land gehört der Erbengemeinschaft Huber. Das Kaufrecht läuft zwei Jahre. Passiert innerhalb dieser Zeit nichts, verfällt es. Derzeit läuft ein Studienauftrag für Architekten, die bis Ende Jahr Projektvorschläge einreichen können. Vorgaben hat die Bankleitung nur wenige gemacht. Dazu gehören Parkplätze, eine ungefähre Anzahl von Arbeitsplätzen und das Raumprogramm. «Wir lassen den Architekten freien Raum. Es ist üblich bei Raiffeisen, dass die Bankgebäude sich in die Umgebung eingliedern sollen», erklärt Rolf Müller.

Über 130 Jahre altes Haus

Folglich können Vontobel und Müller noch nicht sagen, was mit den Gebäuden geschehen wird. Das im Jahr 1877 erbaute Haus an der Steigstrasse 6 soll aber bestehen bleiben. Es wurde von der Denkmalpflege als «wertvoll» eingestuft und könnte in einen Neubau integriert werden. Denkbar wäre auch ein freistehender Neubau dahinter. Die kleineren Gebäude dahinter gelten als «erhaltenswert», was sie aber nicht vor einem Abbruch schützt. Eine Jury, die aus dem Verwaltungsrat, der Bankleitung, Vertretern des Heimatschutzes und der Ortsbildkommission der Stadt besteht, wird die Projekte prüfen. «Wenn die historischen Gebäude an der Steigstrasse unterhalten werden, ist das ein Gewinn für das Eingangsportal zur Stadt», sagt Marcel Vontobel, der in Bischofszell aufgewachsen ist. «Im Haus an der Steigstrasse war früher der Möstli-Huber.» Dies, weil dort der frühere Besitzer, der verstorbene Ernst Huber, einen Getränkehandel führte. Die verblichenen Logos beim Lager hinter dem über 130 Jahre alten Gebäude erinnern an diese Zeit. Noch ist aber unsicher, ob die Raiffeisenbank auf dem Gebiet tatsächlich bauen kann. «Wir klären nun erst mal ab, was überhaupt möglich ist.» Es sei deshalb auch noch unklar, was mit der jetzigen Filiale geschieht.

Rolf Müller, Vorsitzender der Bankleitung.

Rolf Müller, Vorsitzender der Bankleitung.

Das Haus an der Steigstrasse 6 hat die Denkmalpflege als «wertvoll» eingestuft; es könnte in einen Neubau integriert werden. (Bilder: Andrea Kern)

Das Haus an der Steigstrasse 6 hat die Denkmalpflege als «wertvoll» eingestuft; es könnte in einen Neubau integriert werden. (Bilder: Andrea Kern)