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RÄUCHLISBERG: Idealer Platz für Hauskonzerte

Das alte Schulhaus hat seit dem 1. April neue Besitzer: Karl und Brigitte Svec haben das Gebäude gekauft. Es soll künftig auch Raum für kulturelle Projekte bieten.
Rita Kohn
Brigitte und Karl Svec vor dem alten Schulhaus Räuchlisberg, das seit dem 1. April ihnen gehört. (Bild: Reto Martin)

Brigitte und Karl Svec vor dem alten Schulhaus Räuchlisberg, das seit dem 1. April ihnen gehört. (Bild: Reto Martin)

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

«Wir freuen uns.» Karl Svec lächelt, wenn er auf das ehemalige Schulhaus in Räuchlisberg angesprochen wird. Seit dem 1. April sind er und seine Frau Brigitte Besitzer des unter Schutz stehenden Gebäudes. Möglich gemacht hat den Verkauf eine Volksabstimmung, bei der die Stimmberechtigten der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri der Behörde grünes Licht für den Verkauf dreier ungenutzter Schulhäuser in Räuschlisberg und Oberaach gegeben hat.

Ganz ohne Nebengeräusche ging der Verkauf des alten Schulhauses in Räuchlisberg denn aber nicht über die Bühne. Mit einer Unterschriftenaktion haben die Bürgerinnen und Bürger aus Räuchlisberg den Schulpräsidenten Markus Mendelin darauf aufmerksam gemacht, dass ihnen gegenüber vor vielen Jahren das Versprechen abgegeben worden sei, sie könnten die Schulräume für die gesellschaftlichen Bedürfnisse des Ortes nutzen.

Der alte Groll schwelt noch immer

Das Versprechen, von dem auch die Schulbehörde wusste, obwohl es in keinem der vorliegenden Papiere schriftlich festgehalten wurde, sollte Anfang der 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts den Räuchlisbergern den Zusammenschluss mit der Schulgemeinde Amriswil schmackhaft machen. Denn daran waren die Räuchlisberger nicht interessiert. Sie hatten sich in der Abstimmung gegen den Zusammenschluss ausgesprochen, wurden dann aber dazu gezwungen. «Wir brachten ein schuldenfreies Schulhaus und ein Guthaben in die Schulgemeinde Amriswil mit», sagt der Räuchlisberger Jörg Müller. Im Gegenzug wurde ihnen eben von Seiten der neuen Besitzer zugesichert, dass sie die Schulzimmer nutzen könnten. Ein Ausschnitt aus einer alten Fernsehsendung erinnert daran.

Der Groll der Räuchlisberger schwelt noch immer. Mit dem Verkauf der Liegenschaft ist er wieder aufgeflammt. «Wir sind nicht erfreut», gibt Jörg Müller als Sprecher der Petitionäre unumwunden zu. Sie hätten sich gewünscht, dass die Schulbehörde die Liegenschaft in die Hände von Räuchlisbergern geben ­würde. «Oder behalten. Mit den Mieteinnahmen hätte man den Unterhalt decken können.» Jörg Müller will dies nicht als Votum gegen den neuen Eigentümer verstanden haben, sondern als Kritik am Vorgehen der Schul­behörde.

Ins Haus soll erneut Kultur einziehen

Derzeit wird das alte Schulhaus von einem Spieleerfinder bewohnt. Auch die neuen Besitzer schätzen Kreativität und Kultur: Als Musiker wollen sie die Schulzimmer unter anderem für Proben und Hauskonzerte nutzen. Über die Petition der Räuchlisberger war er zwar informiert, Schulpräsident Markus Mendelin habe ihnen aber gesagt, dass die Einwohner längst keinen Bedarf am Raum mehr hätten.

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