Räder rollen übers Trottoir

Bei der Kantonsstrasse muss nachgebessert werden. Mängel betreffen nicht nur die Verkehrssicherheit. Im Kreuzungsbereich Rosasco will der Stadtrat hingegen noch die weitere Entwicklung abwarten.

Max Eichenberger
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Peter Gubser Stadtrat, «Bau, Freizeit, Sport» (Bild: Nana do Carmo)

Peter Gubser Stadtrat, «Bau, Freizeit, Sport» (Bild: Nana do Carmo)

ARBON. Pro Velo Thurgau war die erste Organisation, die eine Mängelliste bei der neuen Kantonsstrasse (NLK) öffentlich gemacht hatte. Darin wies sie auf Erschwernisse und Gefahrenpotenziale für Velofahrer hin. Einige Punkte sind seither verbessert worden. Doch die Kritik ist nicht verstummt.

Fahrversuche zeigten Mängel

Gleich drei Volksvertreter haben sich zu Verkehrsfragen zu Wort gemeldet. Astrid Straub (SVP) erinnerte an die unübersichtliche Querung beim Stahel-Kreisel. Je nach Vegetation sei die Bepflanzung beim NLK-Mittelstreifen ein Sichthindernis. Problematisch sei auch die Situation bei der Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage Rosengarten. Nicht alle hielten sich dort an das Linksabbiegeverbot, wohl auch, weil die Verkehrstafel schlecht zu sehen sei, vermutet Straub.

Stadtrat Peter Gubser räumte Mängel bei der Ausführung des Grossprojektes ein, «die in nächster Zeit zu beheben sein werden». So habe man bei Fahrversuchen mit Car, Postauto, LKW und Lastenzug festgestellt, «dass einzelne Radien nicht stimmen» und Räder teils über die Trottoirs rollen – trotz präzisen Fahrens der Chauffeure. Teils störten auch Signalstangen.

Stadt gelangt an Kanton

«Ein Ingenieurbüro ist jetzt beauftragt, Änderungs- und Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten», sagte Gubser. Optimierungspotenzial bestehe auch im Bereich der Verkehrssicherheit von Fussgängern und Velofahrern. Ein dritter Punkt betreffe die Signalisation. Gubsers «dringende Absicht» ist es, mit dem Verbesserungspaket beim Kanton vorstellig zu werden und entsprechende Änderungen vorzuschlagen. Im übrigen sei er dankbar für Hinweise, sagte Gubser. So habe die Stadt etwa umgehend veranlasst, den Mittelstreifen dort zu mähen, wo die Bepflanzung zu hoch war. «Das hat keine Woche gedauert.»

Städtli: Verkehr wird gemessen

In der Altstadt ist inzwischen das Verkehrsregime so geändert worden, dass auf der Hauptstrasse wieder in beide Richtungen gefahren werden kann. Die Stadt hatte eine Verfügung des Kantons auf Rekurse hin umzusetzen. Dominik Diezi (CVP) hatte sich erkundigt, ob schon Daten vorlägen, wie sich der Verkehr entwickelt habe. Peter Gubser kündigte an, dass nächsten Dienstag Messgeräte aufgestellt würden. Die Verkehrsdaten würden dann zu gegebener Zeit publik gemacht, versprach Gubser.

Rosasco: Neun Varianten

Den Rosasco-Kreisel brachte Andrea Vonlanthen (SVP) nochmals aufs Tapet. 1222 Personen hatten im Frühjahr in einer Petition eine «Verkehrsführung frei von Schikanen» verlangt. Vonlanthen wies auf immer noch bestehende gefährliche Situationen hin, wenn etwa Automobilisten die Kurve nicht im ersten Anlauf schaffen. Bei der Übergabe der Petition habe der Stadtrat versprochen, eine Studie in Auftrag zu geben. Diese soll «offenbar seit einigen Wochen vorliegen, ohne dass ein Wort an die Öffentlichkeit gedrungen wäre».

Seit Ende Mai liege die Studie des Ingenieurbüros Wälli vor, welche die Aspekte Verkehrssicherheit, Verkehrslenkung und Transportroute beleuchte und insgesamt neun Varianten vergleiche, bestätigte Stadtpräsident Andreas Balg. Dabei gebe es «nicht die perfekte Lösung». Die aktuelle Situation würde favorisiert – zusammen mit einer weiteren Variante, mit der die Verkehrssicherheit leicht erhöht werden könnte, allerdings mit unverhältnismässigen finanziellen Mitteln.

Balg: Auf Entwicklung abstellen

Der Stadtrat halte Anpassungen derzeit «weder für nötig noch sinnvoll», verweist Balg auf anstehende Entwicklungen in der Neuen Stadtmitte, auf dem Metropol-Areal, auf die Gestaltung des Bahnhofbereichs, die Entschleunigung Bahnhofstrasse und die Verlegung des Jumbo ins Saurer WerkZwei. Weitere Schritte würden im gesamten Kontext mit der Richtplanung im Verlauf des nächsten Jahres angegangen. «In diesem Rahmen werden wir noch weitere Varianten prüfen und wollen dann auch informieren», sicherte Balg zu.