Räbeblatt

Weinfelden ist nicht Rom Wer kommt schon auf die Idee, das beschauliche Weinfelden mit dem Zentrum des katholischen Glaubens, auch als «Ewige Stadt» bezeichnet, also mit Rom zu vergleichen. Die Unterschiede könnten nicht grösser sein.

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Weinfelden ist nicht Rom

Wer kommt schon auf die Idee, das beschauliche Weinfelden mit dem Zentrum des katholischen Glaubens, auch als «Ewige Stadt» bezeichnet, also mit Rom zu vergleichen. Die Unterschiede könnten nicht grösser sein. Die Hauptstadt Italiens liegt an den Ufern des Flusses Tiber, während wir uns hier in Weinfelden noch ein rechtes Stück vom ungleich kleineren Fluss Thur befinden. Es gibt allerdings Anzeichen, dass irgendwann die ersten Häuser von Weinfelden Wasseranstoss haben werden, wenn das so weitergeht mit dem Bevölkerungswachstum hier. Es sollen ja mehr als 600 Zugezogene sein in den letzten 12 Monaten.

In den letzten zwei Wochen stand Rom zudem viel eher im Mittelpunkt des Interesses als Weinfelden. Klar, wir hatten hier die Inhaus, etwas später dann die Schlaraffia, wogegen sich Rom eher als Paradies fühlte. Tausende von Schaulustigen versammelten sich auf dem Petersplatz, trotzten Sturm und Regen und harrten aus, bis aus dem eigens dafür montierten Kamin der weisse Rauch die erfolgreiche Wahl verkündete. Anschliessend zeigte sich der Neugewählte auf dem Balkon und wandte sich mit den Worten «Fratelli e sorelle, buona sera» an die Massen. Bevor es aber so weit war, wurde mitgeteilt: «Habemus papam!»

Und in Weinfelden? Kein Massenauflauf vor dem Gebäude, in dem die Vertreter des Volkes tagten. Kein Auftritt auf dem Balkon zum Rathausplatz. Der ist offensichtlich für die Bochselnacht reserviert. Keine Fahrt im offenen Wagen durch die Menschenmenge. Nein, einfach schnell auf die andere Platzseite und hinein in die Gaststube. Einige mit gesenktem Kopf. Dabei hätte es doch so schön getönt, wenn der Gemeindeammann am Donnerstag verkündet hätte: «Habemus Marktplatz!»

D'Wüelmuus

wueelmuus@yahoo.com

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