«Radio ist Kino im Kopf»

Mister «Glückskette», Roland Jeanneret, war Gast bei «Wolfsmenschen» im Schloss Hagenwil. Der pensionierte Radiojournalist stellte unter anderem seine Bücher vor.

Trudi Krieg
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Sind ins Gespräch gekommen: Roland Jeanneret und Wolf Buchinger im Keller des Schlosses Hagenwil. (Bild: Trudi Krieg)

Sind ins Gespräch gekommen: Roland Jeanneret und Wolf Buchinger im Keller des Schlosses Hagenwil. (Bild: Trudi Krieg)

HAGENWIL. Bei der Aufzeichnung von «Wolfsmenschen» im Wasserschloss Hagenwil fesselte der Gründer der Glückskette, Roland Jeanneret, die Gäste mit seinen aus dem Leben gegriffenen Geschichten. Ob als Radiojournalist, Buchautor oder Fotograf, die Neugierde und bildhafte Gestaltung ist treibendes Element in seinem Leben.

Für die Glückskette einstehen

Die Stimme von Roland Jeanneret ist bei vielen der Inbegriff der «Glückskette», einer national und international tätigen Katastrophenhilfeorganisation: «Ich bin kein besserer Mensch als andere», meinte der seit einem Jahr pensionierte Journalist und Kommunikationsfachmann, «es faszinierte mich, als ich merkte, wie emotional Radio ist. Radio ist Kino im Kopf. Bei der Glückskette merkte ich, wie man mit Bildern und Geschichten die Menschen dazu bringen kann, Solidarität zu leben.»

Heute rufe auch das Fernsehen zu den Spendenaktionen der Glückskette auf, aber ihr eigentlicher Lebensnerv und das ursprüngliche Medium sei das Radio, berichtete Jeanneret im Interview mit Wolf Buchinger aus den Anfängen der 1983 gegründeten Stiftung Glückskette. Die allererste Sammlung unter dem Namen Glückskette habe das Radio schon vor dreissig Jahren gemacht, damals für Waisenkinder aus dem Zweiten Weltkrieg.

Buchautor

Was er seit seiner Pensionierung vor einem Jahr so alles mache, wollte Buchinger wissen. «Alles, was ich schon immer machen wollte, wenn ich pensioniert bin», sagte Jeanneret. Das war im ersten Halbjahr unter anderem die Herausgabe von zwei Büchern. «Von Schangnau nach Kabul» berichtet aus dem Leben von Elisabeth Neuenschwander, welche seit ihrer Pensionierung in Afghanistan und Pakistan Schulen, Nähateliers und ein Frauenzentrum leitet.

Das zweite Buch entstand im Auftrag von Radio DRS 1 zusammen mit Wetterfrosch Mario Slongo. «Geht dem Wind die Luft nie aus?» beschreibt in einem unterhaltsamen und lehrreichen Kaleidoskop Fakten und Emotionen vom und über das Wetter.

Sterne für «Jeder Rappen zählt»

Nachdem Jeanneret viel über Glückskette-Projekte nach grossen Katastrophen erzählt hatte, wollte Produzent Roland Gutjahr wissen, ob und wie Sammelgelder in der Schweiz eingesetzt werden. Von der Milliarde, welche seit der Gründung der Stiftung bis zum letzten Jahr eingenommen wurde, sei ein Viertel in der Schweiz eingesetzt worden, zum Beispiel nach Unwetterkatastrophen in Brig und in Gondo. Mit Zinsen aus dem Sozialhilfefonds werden in Zusammenarbeit mit den Gemeinden mit einmaligen Beträgen besondere Bedürfnisse abgedeckt, welche durch kein Sozialamt und keine Versicherung gedeckt seien. Die permanente Kinderhilfe und die Hilfe für Mütter in Not komme auch in der Schweiz zum Einsatz.

Schloss-Gastgeber Andi Angehrn brachte einen Korb voller Holzsterne, geschnitzt und gespendet von Hans und Susanne Merk. Die Sterne wurden unter den Gästen verkauft für die Aktion «Jeder Rappen zählt», ein Gemeinschaftsprojekt von Schweizer Fernsehen, Glückskette und Radio DRS zugunsten von «Mütter in Not». Die Sterne sind weiter im Schlossrestaurant zu kaufen.

Die Sendung «Wolfsmenschen» wird auf Tele Ostschweiz (TVO) am Sonntag, 18. Dezember, um 18 Uhr ausgestrahlt und stündlich wiederholt.