Quartieren soll's Ruhe bringen

ARBON. Mit dem ruhenden Verkehr hat die Stadt mancherorts Probleme. Parkiert wird wild in Quartieren, wo die Autos von Besuchern von Sportveranstaltungen im Stacherholz zum Beispiel nichts zu suchen hätten. Das soll jetzt anders werden.

Max Eichenberger
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Parkfelder an der Mühlewiesenstrasse: Sie erweisen sich nicht als praxistauglich. Auch bezüglich Sicherheit hat es Vorbehalte gegeben. (Bilder: Max Eichenberger)

Parkfelder an der Mühlewiesenstrasse: Sie erweisen sich nicht als praxistauglich. Auch bezüglich Sicherheit hat es Vorbehalte gegeben. (Bilder: Max Eichenberger)

Das wilde Parkieren bis in die Quartiere hinein will die Stadt unterbinden: mit Lenkungsmassnahmen, Markierungen und entsprechender Signalisation. Im Gebiet der Sport- und Schulanlage Stacherholz hat sie den öffentlichen Parkplatz an der Standstrasse ausgebaut auf die doppelte Kapazität. Dort war das Angebot bisher knapp.

Aus den Quartieren

Mit dem Ausbau wollte man der Unsitte entgegenwirken, dass der ruhende Verkehr in die Quartiere schwappt. Zudem sollte laut vertraglicher Grundlage mit dem Kanton den Nutzern des Bildungszentrums (BZA) Parkraum bereitgestellt werden. Der vergrösserte Parkplatz sollte auch Besuchern der neuen Sporthalle dienen, deren Eröffnung wegen der Bauprobleme weiter auf sich warten lässt. Nicht nur darum wird der Parkplatz schlecht genutzt.

Wo's nichts kostet

Weil die Stadt Gebühren erhebt, ist das Problem das alte geblieben. Die Autos werden vorzugsweise dort abgestellt, wo es nichts kostet. Darum gibt die Verwaltung Gegensteuer. Einzelne weisse Parkfelder, so bei der östlichen Stacherholzstrasse, sind in die Blaue Zone überführt worden. Wer dort sein Auto länger als eineinhalb Stunden stehen hat, für den kann es teuer werden. Auf anderen Parkfeldern, wie beim Parkplatz bei der alten Sporthalle, kostet's künftig.

In Wohnquartieren sind teilweise weisse Parkfeldmarkierungen angebracht worden. Sie sind jedoch für Anwohner und Besucher oder Handwerker, die eine Legitimation haben, vorbehalten. Doch das ist noch nicht überall ersichtlich.

Wirkt erst mit Signalisation

Damit die Absicht greift, muss noch die entsprechende Signalisation angebracht werden. Das werde nächstens umgesetzt, sagt Peter Wenk, zuständig bei der Stadt für den ruhenden Verkehr. Vom Kanton sei das Parkierungskonzept bewilligt worden.

Mit der Signalisation «Fahrverbot, Zubringerdienst gestattet» werde klar, so Wenk, «dass der quartierfremde Verkehr hier keine Berechtigung und nichts zu suchen hat». Etwa in den Quartieren südlich der Stacherholzstrasse. «Auch die Parkuhren sind bald am Laufen», sagt Wenk. Einsprachen habe es keine gegeben.

Neue Markierung abgefräst

Hingegen sind bereits Korrekturen vorgenommen worden. So sind weisse Parkfeldmarkierungen in der Mühlewiesenstrasse wieder abgefräst worden. Anwohnerin Nada Strasser hat dort, wo das Strässchen eine 90-Grad-Kurve macht und es Garagenausfahrten hat, auf den Sicherheitsaspekt hingewiesen. Die Felder waren zu 80 Prozent auf dem Trottoir eingezeichnet gewesen und zu einem Drittel von Sträuchern überwachsen. Korrekt könnte man dort kein Auto abstellen.

Auf dem Trottoirabsatz sind Parklinien auch bei der Winkelriedstrasse beim Forsthausplatz aufgemalt. Wenn dort bei der Einfahrt Tellstrasse die Signalisation angebracht sein wird, werden Berufsschüler ihre Autos nicht mehr abstellen dürfen. Nicht nur hier wurden Strassen als Laternengaragen genutzt von Fahrzeughaltern, die anderswo wohnen.

Kontrolle als Nagelprobe

Die «grosse Herausforderung» für die im Stadthaus angesiedelte Abteilung werde das Controlling sein, weiss Peter Wenk: Herauszufinden, wer legitimiert sei, sein Auto in einem Quartier zu parkieren, wer nicht. Wenk geht davon aus, dass da «schon scharf beobachtet wird» und Anwohner solche der zweiten Klientel auch melden. Wer unberechtigterweise parkiert, wird verwarnt oder gebüsst. «Kann jemand beweisen, dass er zu Besuch war, stornieren wir die Busse.»

Gemäss Vereinbarung mit den Schulen können abends und am Wochenende die 22 Lehrerparkplätze beim Stacherholz öffentlich genutzt werden. Laut Wenk sind diese dann aber gebührenpflichtig. Die Lehrer haben eine Parkkarte. Obwohl sich die Parkplätze auf einer Schulparzelle befinden, hat hier nur die Gemeinde polizeihoheitlich die Kompetenz, Übertretungen zu ahnden. Insgesamt werden in diesem Gebiet damit 101 Parkplätze bewirtschaftet – neben dem Parkplatz Standstrasse mit 121 Parkfeldern.

Einnahmen zeigen Erfolg

Wenn alle Massnahmen des Konzepts umgesetzt sind, hofft Wenk auf eine Verkehrsberuhigung in den Quartieren – ganz im Sinne der Bewohner. Und wenn so die für fast eine Million Franken ausgebaute Parkanlage Standstrasse frequentiert wird, gibt das auch etwas Geld in die Stadtkasse zurück. «Wir zählen sicher keine Autos, die Erfolgskontrolle wird sich zeigen in den Einnahmen, die wir generieren», sagt Wenk. Bei Sportanlässen werde er sicher besser frequentiert. Und die neue Sporthalle werde auch irgendwann einmal in Betrieb gehen.

Die Parkfeldmarkierung ist kurze Zeit später wieder weggefräst worden.

Die Parkfeldmarkierung ist kurze Zeit später wieder weggefräst worden.