Quantensprung für Solarverein

ROMANSHORN. Die Stadt Romanshorn baut derzeit auf dem Dach des Werkhofs eine neue Solaranlage, die der örtliche Solarverein betreiben wird. Der produzierte Strom kann den Energiebedarf von 25 Einfamilienhäusern decken.

Markus Schoch
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Die Module liegen bereit: Die Arbeiten an der neuen Solaranlage sind im vollen Gang. (Bild: Nana do Carmo)

Die Module liegen bereit: Die Arbeiten an der neuen Solaranlage sind im vollen Gang. (Bild: Nana do Carmo)

Es ist bei weitem das grösste Projekt des Romanshorner Solarvereins: Die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach des Romanshorner Werkhofs hat eine Leistung von weit über 100 000 Kilowatt. «Sie ist damit zehnmal grösser als jede der vier anderen Anlagen, die wir auf den Dächern der Sekundarschule, der Kantonsschule und der Firma Maron haben», sagt Guido Lang, der Präsident des Solarvereins. Im letzten Jahr produzierten sie zusammen knapp 27 000 Kilowattstunden.

Im Moment werden die 532 Module auf dem Werkhofdach installiert. Lang hofft, dass die Anlage bis Ende Juli in Betrieb gehen kann. Sie wird im Vollbetrieb etwa 25 Einfamilienhäuser mit Strom versorgen können.

Stadt ist Eigentümerin

Der Solarverein ist für den Betrieb und Unterhalt der Anlage zuständig. Eigentümerin und Bauherrin der Anlage ist die Stadt Romanshorn, die dafür in der Investitionsrechnung Ausgaben von maximal 250 000 Franken vorsieht. «Wir hätten die Anlage nicht selber finanzieren können», sagt Vereinspräsident Lang. Der bis ins Jahr 2038 laufende Vertrag sieht vor, dass der Solarverein den Strom auf eigene Rechnung über das Elektrizitätswerk Romanshorn verkaufen kann. Umgekehrt muss er sich an der Amortisation beteiligen und die Zinskosten übernehmen.

Die Anlage bedeckt ungefähr 800 Quadratmeter des Werkhofdachs. Bei genügender Nachfrage von Solarstrom könnte sie in den nächsten Jahren nochmals um die etwa gleiche Fläche erweitert werden, sagt Lang.

Potenziale nutzen

Im Zusammenhang mit dem Energiekonzept und dem Energierichtplan habe der Stadtrat den strategischen Grundsatzentscheid gefällt, dass Strom nach Möglichkeit erneuerbar und lokal bereitzustellen sei, sagt Stadtrat Patrik Fink. «Wir haben die Absicht, die vorhandenen Potenziale zu nutzen», sagt Fink. Die Investition in die Solarstromanlage auf dem Werkhofdach sei vor diesem Hintergrund zu sehen. Weitere Solarstromprojekte seien allerdings nicht geplant.

Anders sieht es im Bereich der Warmwasseraufbereitung mit Sonnenenergie aus. Entsprechende Anlagen gibt es im Seebad, in der Abwasserreinigungsanlage, im Mehrzweckgebäude und nächstes oder übernächstes Jahr im Regionalen Pflegeheim.