Punkte sammeln ist hier negativ

SULGEN. Bereits zum 36. Mal führte der Motorclub Bischofszell ein Geschicklichkeitsfahren für jedermann durch. Erstmalig fand der Anlass auf dem Gelände der Walter Signaltechnik in Sulgen statt.

Monika Wick
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Beim Überholen des Velos muss Teilnehmer Mario Sips mit seinem Auto genau einen Meter Abstand halten. (Bild: Monika Wick)

Beim Überholen des Velos muss Teilnehmer Mario Sips mit seinem Auto genau einen Meter Abstand halten. (Bild: Monika Wick)

Den Führerschein seit 26 Jahren in der Tasche und in all den Jahren nur einige wenige Geschwindigkeitsbussen erhalten, dafür scheint das Geschicklichkeitsfahren des Motorclubs Bischofszell genau der richtige Anlass zu sein. Hier kann das fahrerische Können bewiesen werden. Die Aufgaben sind für erfahrene Lenker sicher locker und problemlos zu meistern – so denken einige, bevor sie gestartet sind.

Gelände eignet sich gut

Bereits zum 36. Mal lädt der Motorclub Bischofszell zum Geschicklichkeitsfahren ein. Da der bisherige Austragungsort auf dem Areal eines Kieswerks in Niederbüren rückgebaut wird, mussten sich die Organisatoren um ein neues Gelände bemühen und wurden bei der Firma Walter Signaltechnik in Sulgen fündig. «Das Gelände ist perfekt, um unseren Parcours aufzubauen», erklärt Marcel Vetter, Sportpräsident beim MC Bischofszell.

Während den vergangenen zwei Tagen wurde den Besuchern des Anlasses die Gelegenheit geboten, knifflige Aufgaben zu lösen und in vier Kategorien möglichst wenige Strafpunkte zu sammeln. «So schwierig kann das nicht sein», mutmassen einige der Teilnehmer vor dem Start. Wie bei der offiziellen Führerprüfung müssen zuerst vier theoretische Fragen beantwortet werden. Zum Geschicklichkeitsparcours wird man aber auch bei schlechtem Resultat zugelassen.

Zum erstenmal dabei

Vom Anlass in der Zeitung gelesen hat die 27jährige Bettina Knof aus Bischofszell. «Ich fahre zum erstenmal bei so einem Parcours mit», sagt die gebürtige Deutsche, bevor sie mit dem grauen Mazda starten kann. Sie muss erst auf die Rückkehr ihres Partners Mario Sips warten, der sich zuerst an die Aufgabe gewagt hat. «Es war nicht so leicht, wie es ausgesehen hat, aber alles in allem ist mir der Parcours gut gelungen», sagt er.

Am meisten Probleme hatte ihm und auch vielen anderen Fahrern die Aufgabe mit der Giesskanne bereitet. Mittels eines an der Giesskanne angehängten Seils muss der Behälter bis zur eingezeichneten Markierung mit Wasser gefüllt werden. Dies, während man langsam rückwärts fährt.

Viele Blicke zieht ein 38jähriger grüner Toyota Celica auf sich. Routiniert steuert ihn sein Besitzer, der St. Galler Paul Isenegger, durch den Parcours.

«Einzig das Rückwärtsfahren durch die mit orangen Hütchen markierte Strecke ist mir wegen der nicht- verstellbaren Rückspiegel nicht gelungen», erklärt der 50-Jährige. «Der Toyota hat einen Oldtimereintrag. Das heisst, dass er mindestens 30 Jahre alt ist, alle Teile in Originalzustand sind und ich ihn nur alle sechs Jahre vorführen muss», sagt er.

Nicht so einfach

Langsam rollt der klobige Peugeot 806 zum ersten Posten. Mittels Bedienungsknopf muss auf Distanz eine Querlatte auf die Höhe eingestellt werden, die der Höhe des Fahrzeuges entspricht und schon sind 13 Strafpunkte auf dem Konto, für jeden verschätzten Zentimeter einen. Leider wanderten viele weitere unerwünschte Punkte auf das Konto. «Du musst nicht so viele Punkte wie möglich sammeln, wir sind hier nicht bei Cumulus», kommentiert Marcel Vetter die Fahrkünste.

Ganz so einfach wie man sich die Aufgabe vorgestellt hat, ist es nicht, aber dafür hat es den Teilnehmern sehr viel Spass gemacht.

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