Puder macht Omas schön

Wangenrouge und Wimperntusche

Hedwig Züger
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Daniela Niederer schminkt eine Kursteilnehmerin. (Bild: Hedwig Züger)

Daniela Niederer schminkt eine Kursteilnehmerin. (Bild: Hedwig Züger)

Wangenrouge und Wimperntusche

bei Frauen über 60? «Keine Angst, ich mache aus ihnen keine Zwanzigjährigen», sagt die Leiterin im Kosmetikkurs für Seniorinnen. Fünf Frauen, die sonst Enkel hüten, blicken sie erwartungsvoll an. Sie waren die schnellsten, die sich auf den begehrten Kurs von Pro Senectute meldeten, der im alten Pfarrhaus in Amriswil stattfindet. Andere blieben draussen.

«Wie pflegen wir uns richtig, und sollen wir uns wirklich schminken?» Schminken ja, aber nicht anmalen. Frischer daherkommen und dabei sich selber bleiben, das ist das Kursziel von Kosmetikerin Daniela Niederer. Sie engagiert sich für die zwei Schönheitsstunden von Pro Senectute und weiss: «Falten gehören zum Gesicht, sie gestalten die Mimik mit. Wer keine Fältchen hat, hatte vielleicht nichts zu lachen?»

Dann geht es zur Sache. Reinigen des Gesichts, abends und morgens, danach eincremen, das führt die Gruppe gleich selber aus und merkt sich: Die zarte Haut unter den Augen ist empfindlich. Der Aufwand für die kosmetische Sache sei gering, beruhigt die Frau vom Fach, kleine Tricks brächten viel. Und eine gute, einheitliche Pflegelinie, die sollte man sich gönnen.

Die Kursleiterin trägt Wangenrouge mit dem gerundeten und Puder mit dem flachen Pinsel auf. Wimperntusche empfiehlt sich für Seniorinnen, «am besten schwarze». Lippgloss sei wegen der Wahl der Farbe weniger delikat als Lippenstift.

Als sich eine Seniorin nach der andern von der Kursleiterin schminken lässt, sind Allergien und trockene Haut ein Thema. Aber keine der Frauen geht auf das Angebot ein, aktiv zu werden und die zweite Gesichtshälfte selber zu gestalten: «Ich lasse mich von ihnen verwöhnen», sagt jede. Beim Betrachten der Verwandlung im Spiegel dann sind alle erfreut über den tollen Effekt der Kosmetik. «Ich fühle mich frisch, ja wie neu», sagt fast jede. Freude schwingt mit, dass die Verschönerung auch für Omas gar nicht so schwierig ist.