Projekt scheitert an Kosten

Die Gemeindeversammlung von Zihlschlacht-Sitterdorf lehnt einen 2-Millionen-Kredit für den Umbau und die Sanierung des Gemeindehauses knapp ab. Der Gemeinderat ist konsterniert.

Monika Wick
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Das Gemeindehaus an der Hauptstrasse in Zihlschlacht. (Bild: Georg Stelzner)

Das Gemeindehaus an der Hauptstrasse in Zihlschlacht. (Bild: Georg Stelzner)

SITTERDORF. Enttäuschung und Entsetzen waren Heidi Grau deutlich anzusehen. «Jetzt ist das eingetreten, was wir nicht für möglich gehalten hätten», kommentierte die Gemeindepräsidentin die Tatsache, dass von den 148 anwesenden Stimmberechtigten der Politischen Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf 77 Personen einen Baukredit von 2,1 Mio. Franken für die Sanierung und den Umbau des Gemeindehauses abgelehnt hatten. Dem Entscheid ging am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle von Sitterdorf eine lange und zum Teil emotionsgeladene Diskussion voraus.

Geheime Abstimmung

Schon der Beginn der Gemeindeversammlung verhiess für den Gemeinderat und seinen Antrag nichts Gutes. Erwin Müller forderte, das Traktandum über den Baukredit gar nicht zu behandeln, sondern zurückzustellen. Dieser Antrag wurde bei einem unentschiedenen Resultat von 72 zu 72 Stimmen durch den massgebenden Präsidialentscheid abgewiesen. Einen weiteren Antrag stellte Franz Hengartner. Seiner Forderung nach einer geheimen Abstimmung wurde stattgegeben.

Neubau aufs Tapet gebracht

«Der Umbau ist viel zu teuer», empörte sich ein Votant, während ein anderer forderte, die Kosten für einen Neubau des Gemeindehauses zu prüfen. «Ich möchte zwischen mehreren Varianten auswählen können», sagte ein anderer Versammlungsteilnehmer.

Bei manchen Stimmbürgern stiessen diese Anträge auf Unverständnis. Sie erinnerten die Kritiker an die letzte Gemeindeversammlung, an welcher das Umbau- und Sanierungsprojekt grundsätzlich gutgeheissen worden war. Die Abstimmung über den Kredit ergab dann die eingangs erwähnte knappe Mehrheit gegen das gemeinderätliche Begehren.

Jahresrechnung genehmigt

Aus Sicht des Gemeinderates Zihlschlacht-Sitterdorf erfreulicher präsentierte sich die Rechnung 2014. Dank eines «einmaligen Sondereffekts im Steuerertrag bei den Einkommens- und Vermögenssteuern natürlicher Personen» schloss diese mit einem Gewinn von 4,03 Mio. Franken ab. Ursprünglich budgetiert war ein Verlust von rund 290 000 Franken, womit eine Besserstellung von 4,32 Mio. Franken resultierte. Die Rechnung wurde von der Versammlung ohne Gegenstimmen genehmigt.

Vorfinanzierung bleibt

Ebenfalls gutgeheissen wurde die Verwendung des Ertragsüberschusses. Der grösste Anteil, nämlich 1,5 Mio. Franken, wird dem Konto «Vorfinanzierung ausserordentlicher Finanzausgleich» zugewiesen. Die Zuweisung von 1 Mio. Franken an das Konto «Vorfinanzierung Gemeindehaus: Sanierung/Umbau» wird beibehalten. Rund 450 000 Franken werden dem Eigenkapital gutgeschrieben.