Pro und Kontra zum geplanten Erweiterungsbau der Pädagogischen Hochschule

«Abstimmung Erweiterungsbau der Pädagogischen Hochschule Thurgau vom 26. November»

Daniel Frischknecht, Kantonsrat Edu,
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Wenn man bis jetzt die Aussagen der organisiert befürwortenden Schar von Leserbriefschreibern bezüglich PH-Erweiterungsbau in Kreuzlingen genau anschaut, stellt man fest, dass sich keine auf die Kosten bezieht. Dies ist eigentlich auch nicht ver­wunderlich, denn mit knapp 27 Millionen Franken für lediglich eine Erweiterung, welche keine nochmalige Ergänzung erlaubt, auf lehmigen Boden stehen soll und keine Park­möglichkeiten beinhaltet, würden die Seligpreisungen auch jäh enden.

So beschränkt man sich lieber auf das Thema «Bildung», die heilige Kuh für uns Most-Inder. Doch wir stimmen nicht über die Kuh, sondern den Stall, in der die Kuh leben soll, ab. Dieser ist nicht nur viel zu teuer, sondern bei dem sind auch die oben erwähnten anderen Rahmen­bedingungen ungünstig.

Der Bedarf für mehr Raum ist so ausgewiesen wie die AHV-Revision, aber man sollte auch hier keine Kurzschlusshandlung machen, welche dann effektiv auf die Kosten der Bildung geht. Darum legen Sie wie ich ein klares Nein in die Urne und geben dann einem verantwortungsvollen und bildungsnachhaltigen Projekt die Chance!

Daniel Frischknecht, Kantonsrat EDU,

8590 Romanshorn

Im Jahr 2008 hat die Pädago­gische Hochschule Kreuzlingen in einem modernen Neubau ihren Betrieb aufgenommen. Das Stimmvolk hatte damals einem Kredit von 29,3 Millionen Franken zugestimmt. Es entstand Raumfläche von 10 556 Quadratmetern.

Für den Erweiterungsbau wird ein Kredit von 26,88 Millionen Franken beantragt, dies für eine Raumfläche von 4180 Quadratmetern. Für fast den gleichen Kredit wird der Bau nicht einmal halb so gross. ­Während beim Neubau noch mit einem marktüblichen Preis von 561 Franken pro Kubik­meter kalkuliert wurde, sollen es nun beim Erweiterungsbau 857 Franken sein. Für Arbeits- und Büroräume ist dieser Preis viel zu hoch. Es wäre nicht möglich, diese Räume kostendeckend zu vermieten. Die Befürworter lassen Transparenz und Kostenvergleiche vermissen, die Kreditsumme wird auf dem Abstimmungsflyer der Befürworter aus gutem Grund nicht erwähnt.

Ein Nein zum Kredit bewirkt, dass die Bildung und nicht überteuerte Betonbauten gefördert werden. Ein Nein bietet die Chance für eine preiseffizientere Lösung. Zudem verhindert ein Nein, dass bei weiteren Hochbauten des Kantons mit immer höheren Baupreisen verglichen und argumentiert wird. Ein Nein zum unverschämten Kredit ist kein Nein zur Bildung.

Daniel Wittwer, 8590 Romanshorn

Zurzeit ereignet sich Seltsames in unserem Kanton. Da jammert der Regierungsrat über die schlechte Finanzlage und gibt gleichzeitig mit beiden Händen viele Millionen aus, für einen überteuerten Erweiterungsbau der PH Thurgau und das erst noch auf schlechtem Baugrund, was die Kosten zusätzlich in die Höhe treibt. Dafür will man mit dem Sparprogramm «Haushaltsgleichgewicht 2020» der Polizei viele ihre regionalen Polizeiposten wegnehmen, um damit 240 000 Franken Mietkosten zu sparen!

Ich habe das schon einmal bei meinem eigenen Vater erlebt, der Polizist war. Diese zu wenig durchdachte Massnahme führte dazu, dass schlussendlich Kontaktbeamte durch die Orte zu Fuss gehen mussten, um die gleiche Sicherheit und Informationen zu erhalten.

So nicht, lieber Regierungsrat! Etwas mehr Bescheidenheit beim Erweiterungsbau und dafür genügend Geld für die Sicherheit! Darum ein Nein zum überrissenen Erweiterungsbau und ein klares Ja für den Erhalt unserer Polizeiposten. Ich werde mich dafür im Grossen Rat einsetzen!

Jürg Wiesli, Kantonsrat SVP,

8582 Dozwil

Der Erweiterungsbau rundet eine über 184-jährige Tradition der Lehrerbildung in Kreuzlingen sehr gut ab. Das Gesamtkonzept der PHTG schafft zusammen mit dem Erweiterungsbau die Voraussetzungen, dass auch künftig genügend gut quali­fizierte Lehrpersonen für alle Stufen und Fächer zur Verfügung stehen.

Der Neubau entspricht aus meiner Sicht genau der so heftig geforderten verdichteten und nach innen gerichteten Bauweise. Es entsteht damit ein wirklicher Campus. Ein Campus, welcher einerseits auf die historisch gegebenen Bauten Rücksicht nimmt und andererseits die sehr gute Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Maturitätsschule, der Kantonsschule sowie der Schulgemeinde Kreuzlingen unterstreicht.

Unbestritten ist, dass der Erweiterungsbau seinen Preis hat. Vor dem Hintergrund, dass nicht auf der grünen Wiese gebaut werden kann und dass an Bauten der öffentlichen Hand entsprechende Anforderungen gestellt werden – nachhaltig und unterhaltsfreundlich – betrachte ich das Kosten-Nutzen-Verhältnis als gut. So wie viele Schul­gemeinden ihre über 100-jährigen Schulhäuser feiern, werden dannzumal auch unsere Nachfahren den Weitblick des ­Campus Kreuzlingen feiern.

Bruno Lüscher, Kantonsrat FDP,

8355 Aadorf

Bildung, Fachwissen und Kompetenz sind die Qualitäten, auf denen der Erfolg der Schweiz im internationalen Wettbewerb basiert. In der PH in Kreuzlingen bildet der Kanton die Lehr­personen aus, welche die Ausbildung und das Schulwesen auch in unserer Region prägen. Über die Jahre sind weitere Ausbildungsgänge dazu­gekommen. Ebenso ist die Weiter­bildung und Forschung für Lehrpersonen in Kreuzlingen angesiedelt. Die Schülerzahl ist von 350 auf 800 gewachsen und mit dem Erweiterungsbau kann die PH die benötigten Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, Mietprovisorien auflösen und eine schlanke und effiziente Schulorganisation sicherstellen.

Über 100 Auszubildende pendeln aus dem Hinterthurgau oder sind für die Ausbildung nach Kreuzlingen gezogen. Unsere Hinterthurgauer Schulgemeinden rekrutieren ihr Personal aus diesem Pool und setzen sich daher klar für die Vorlage ein. Auch der Grosse Rat hat sich mit nur ganz ­wenigen Gegenstimmen für ein Ja eingesetzt, unsere Vertreter aus dem Hinterthurgau haben die Wichtigkeit für unsere Region erkannt und engagieren sich ebenfalls.

Unterstützen auch Sie eine starke PH im Kanton Thurgau und stimmen Sie am 26. November Ja.

Harry Stehrenberger, Präsident FDP Bezirk Münchwilen, 9532 Rickenbach

Am 26. November entscheiden die Thurgauer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über einen Kredit in der Höhe von 26 880 000 Franken für den Erweiterungsbau 2 der PH Thurgau. Die Tatsache, dass an der Pädagogischen Hochschule Thurgau für alle Bildungsstufen, von der frühen Kindheit über den Kindergarten bis zum Gymnasium, ausgebildet wird, erfordert den geplanten Neubau. Das umfassende Aus- und Weiterbildungsangebot hat einen entsprechenden Raum­bedarf zur Folge, der mit dem geplanten Erweiterungsbau gedeckt werden kann.

Seit vier Jahren sind alle fünf Studiengänge in Vollbetrieb und seither ist die Studienzahl praktisch konstant. Eine Erweiterung des Studienangebots ist nicht beabsichtigt und auch die Zahl der Studierenden wird nicht weiter steigen. In den nächsten 15 Jahren werden die zahlenmässig starken Jahrgänge von Lehrerinnen und Lehrern pensioniert. Mit Blick auf die zu erwartenden steigenden Schülerzahlen wird der Bedarf an Lehrpersonen deshalb hoch bleiben.

Immer wieder sind irre­führende Zahlen über die Berufstreue von Lehrpersonen zu hören und zu lesen. Es ist falsch, Kündigungsdaten und den Wechsel von einer zur andern Schulgemeinde als Berufsausstieg zu interpretieren. Die Zahlen des Bundesamtes für Statistik belegen, dass beinahe 90 Prozent der Ab­gängerinnen und Abgänger der PHTG fünf Jahre nach Studienabschluss noch immer als Lehrpersonen tätig sind.

Werner Lenzin, 8560 Märstetten

Es war weder 1833 noch später voraussehbar, dass das frühere Seminar und die jetzige ­Pädagogische Hochschule als Bildungsinstitutionen grossen Erfolg haben würden. Was die Gründergeneration des Kantons mit revolutionärem Eifer schuf, wurde nach über 170 Jahren im Jahr 2003 nicht ohne ­Diskussionen Teil der Fachhochschullandschaft der Schweiz.

Die neue PH wuchs weniger quantitativ, sondern vor allem qualitativ: Die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern aller Stufen kann heute in Kreuzlingen erfolgen, dank der erfolgreichen Partnerschaft mit der Universität Konstanz sind akademische Ausbildungswege möglich.

Die PH und ihr engagiertes Team vermochten auch die Skepsis gegenüber den Veränderungen in der Lehrer­bildung abzubauen. Nach wie vor gilt nämlich an der PH: Mit Herz und Hand!

Nun gilt es die knappen räumlichen Bedingungen unserer PH zu verbessern und für die Zukunft auszurichten. Und die sieht für Lehrerinnen und Lehrer gut aus: steigende Schülerinnen- und Schüler­zahlen. Bildung ist gefragt wie noch nie zuvor. Sorgen wir dafür, dass die PH sich weiterentwickeln kann und stimmen wir der massvollen Erweiterung der Bauten in Kreuzlingen zu.

Hansjörg Brem, Vizepräsident Primarschulbehörde Frauenfeld und Mitglied des Universitätsrates Konstanz,

8500 Frauenfeld

Die Pädagogische Hochschule des Kantons Thurgau kann sämtliche Lehrpersonen vom Kindergarten bis zur Gymnasial­stufe ausbilden. Dies ist für die Rekrutierung geeigneter Lehrpersonen für unsere Schulen ein riesiger Vorteil. Mit dem Erweiterungsbau können dezentrale Mietverhältnisse aufgelöst und die Provisorien ersetzt werden. Die jetzigen Platzverhältnisse sind bedenklich und es braucht dringend Verbesserungen.

Das vorliegende Projekt kann städtebaulich und ­architektonisch überzeugen. Aus Gründen des Ortsbild­schutzes musste auf das ­Ausnützen der nach Baugesetz möglichen Höhe verzichtet werden. Trotzdem konnten die räumlichen Bedürfnisse für technisches und textiles ­Gestalten sowie für Wirtschaft, Arbeit und Haushalt gut erfüllt werden. Das dreibündige Gebäude ermöglicht eine grosse Flexibilität bei der Raum­aufteilung und lässt künftige Nutzungsänderungen zu. Die Organisation und schul­internen Abläufe werden ­wesentlich verbessert. Die ­Räume für bildnerisches Gestalten können zusammen mit der PMS gemeinsam ­genutzt werden, was zu einer hohen Auslastung führt. Dass das Gebäude energieeffizient als Plus-Energiehaus gebaut ist, ist zu begrüssen.

Der Erweiterungsbau wird am richtigen Ort in der richtigen Grösse gebaut.

Thomas Bornhauser, FDP-Kantonsrat, 8570 Weinfelden

Bildung ist der einzige Rohstoff, über welchen die Schweiz uneingeschränkt verfügt. Dieser Rohstoff wird an unserer PH Thurgau durch ein breites Studienangebot von der ­Vorschul- und der Primarstufe bis hin zur Sekundarstufe I und II sowie dem Masterstudium «Frühe Kindheit» seit ihrer Gründung im Jahre 2008 erfolgreich gefördert und vermittelt.

Hinzu kommt dass der Regierungsrat die PH Thurgau damit beauftragt hat, sich der Ausbildung von Lehrpersonen für Kindergarten und ­Hauswirtschaft anzunehmen. Mit diesem zusätzlichen Auftrag stösst die PH Thurgau seit längerem an ihre räumlichen Kapazitäten. Gewisse Provisorien sind zeitlich beschränkt und verschärfen dadurch das Problem.

Auch im Zeitalter elektro­nischer Medien und Lehrmittel bleibt der Unterricht von Angesicht zu Angesicht ein wichtiges Instrument, auch im 21. Jahrhundert. Und Hauswirtschaft lässt sich nun mal schwer über das Laptop vermitteln.

Damit dieser erfolgreiche Thurgauer Weg so weiter­geführt werden kann, ist es wichtig, für diese zusätzlichen Ausbildungsmodule gute und lerntechnisch passende Räumlichkeiten zu Verfügung zu stellen.

Barbara Kern, Kantonsrätin und Stadträtin SP, 8280 Kreuzlingen