Präzisionsarbeit mit über 120 Tonnen Fracht

Der Weg war lang und mühsam: Zwei Schwertransporter lieferten die erste Turbine für das Thurkraftwerk in Schönenberg.

Rudolf Steiner
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Ein Arbeiter löst die massive Befestigung.

Ein Arbeiter löst die massive Befestigung.

Schönenberg. Die beiden fast 40 Meter langen Schwertransporte starteten am Montagabend in Rheinland-Pfalz. Auf den Anhängern waren die Turbinenteile verladen, beide fast 5 Meter breit und 5 Meter hoch, 8 Meter lang und 46 Tonnen schwer das kleinere und 12 Meter lang und 76 Tonnen schwer das grössere Teil.

Auf Umwegen an die Thur

Weil die Transporter mit ihrer sperrigen Last nicht über den kürzesten Weg an ihr Ziel fahren konnten, mussten sie für die 18 Kilometer lange Strecke

von der Grenze in Konstanz einen Umweg von 50 Kilometern über die A7 bis Müllheim und via Amlikon–Affeltrangen–Märwil–Mettlen nach Istighofen zurücklegen. Und weil die Bahnunterführungen in Bürglen und Sulgen zu wenig hoch sind, erreichten sie ihr Ziel in der Nacht auf Donnerstag nur über den doppelt so langen Umweg über Neukirch–Schweizersholz.

Zwei Stunden für zehn Kilometer

Bevor es so weit war, mussten die Turbinenteile in Istighofen mit einem Kran umgeladen werden, da die Anhänger in engen Kurven und Dörfern stecken geblieben wären. Mit Polizeibegleitung starteten die Transporter am Mittwochabend um zehn Uhr für das letzte Stück nach Schönenberg. «Geplant haben wir für die zehn Kilometer zwei Stunden», sagte Roman Bont, der die Transporte von der Grenze weg begleitete. Der 65jährige Bont hatte zuvor die Strecke abgefahren.

Dass es schliesslich nur eine Stunde dauerte, war das Verdienst der vier Chauffeure, die ihre schweren Ladungen mitten in der Nacht mit höchster Präzision um alle Ecken manövrierten. Einzig in Neukirch war kaum mehr eine Handbreit zwischen Ladung und Hauswand, und bei der Einfahrt in die Schwimmbadstrasse in Schönenberg mussten Arbeiter kurz vor Mitternacht die Abschrankung beim Kanal abmontieren.

Gestern vormittag wurden die Turbinenteile auf den Bauplatz an der Thur transportiert, wo sie nun zusammengebaut werden. Laut Kaspar Böhi von der Kraftwerk Thurfeld AG wird nächste Woche die zweite Turbine transportiert, und Mitte März werden dann die beiden je 122 Tonnen schweren Maschinen an ihren endgültigen Platz in der Thur gehievt.

Auf dem Bauplatz angekommen.

Auf dem Bauplatz angekommen.

Fünf mal fünf Meter misst das Gehäuse der Turbine.

Fünf mal fünf Meter misst das Gehäuse der Turbine.

Ein Schwertransporter schlängelt sich durch das nächtliche Schönenberg. (Bilder: Rudolf Steiner)

Ein Schwertransporter schlängelt sich durch das nächtliche Schönenberg. (Bilder: Rudolf Steiner)

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