Präsidentensuche via Inserat

ARBON. Der überraschend angekündigte Verzicht auf eine Wiederwahl von Hanspeter Keller bringt die Interpartei unter Druck. Sie sucht jetzt nach einer überparteilich getragenen Kandidatur für das Arboner Sekundarschulpräsidium. Die Zeit drängt.

Max Eichenberger
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«Wir müssen das Beste aus der Situation machen», sagt Interpartei-Präsident Philipp Hofer. Der Fahrplan ist vom Kanton vorgegeben: Ordentlicher Wahltermin ist am 28. April. Für einen zweiten Wahlgang würden die Schulbürger am 9. Juni an die Urne gerufen. Doch ob ihnen schon für den ersten Termin ein Bewerber präsentiert werden kann, ist offen.

Keine Schnellschusslösung

Der Termin kommt nach der überraschenden Ankündigung von Hanspeter Keller, nicht mehr für das Schulpräsidium zu kandidieren, früh. Keller wechselt in die Geschäftsleitung der Suisag. Hofer spricht von einem «denkbar unglücklichen Zeitpunkt». Die Interpartei kommt bei der Evaluation einer Kandidatur nun unter Druck. Sie will aber keine Schnellschusslösung übers Knie brechen, sondern das Nachfolgeprozedere seriös aufgleisen, betont Hofer. «Es erscheint als wahrscheinlich, eine Kandidatur erst für den zweiten Wahlgang vom 9. Juni präsentieren zu können», sagt der Präsident der Interpartei.

Ziel: Gemeinsame Kandidatur

Deren Bestreben sei es, eine gemeinsam getragene Bewerbung zu bringen. Letzten Mittwoch waren die Präsidien der Ortsparteien zusammengekommen, um das gemeinsame Vorgehen unter der Führung der Interpartei abzustecken. Sie hat eine so genannte Findungskommission bestellt, die überparteilich zusammengesetzt ist. Ihr gehören Philipp Hofer (CVP), Silke Sutter Heer (FDP) Bernhard Bertelmann (SP) und Christoph Tobler (SVP) sowie als Vertreter von Roggwil Ernst Scherrer an. Dabei ist man übereingekommen, das Amt auszuschreiben. Das Stelleninserat ist bereits erschienen.

50-Prozent-Pensum

Gesucht wird für ein Pensum von 50 Prozent «eine starke und erfahrene Persönlichkeit» mit Führungserfahrung, Sozialkompetenz und einem Gespür für das politisch und finanziell Machbare. Bewerber sollten ausserdem «mit dem Kontext der Schule vertraut» sein, im Einzugsgebiet der Sekundarschulgemeinde Arbon wohnen oder bereit sein, hier Wohnsitz zu nehmen. Die Findungskommission will nach dem 13. April die Bewerbungsdossiers sichten.

1. August wird knapp

Auch parteiintern läuft die Suche weiter. Allfällige Kandidaturen aus Parteikreisen fliessen in dieses Verfahren ein. «Bisher sind jedoch keine Signale gekommen, dass jemand ein festes Interesse hätte, geschweige denn eine Kandidatur spruchreif wäre», sagt Hofer.

Wohl nur, wenn auf den ersten Wahltermin hin eine gute Bewerbung präsentiert werden könnte, wäre ein Wunsch-Antritt am 1. August möglich. Vorher läuft die ordentliche Amtsperiode aus. Da neben Hanspeter Keller auch Vizepräsidentin Margrith Giger nicht mehr antritt, könnte ein Führungsvakuum entstehen. Aus dem Kreis der Behördemitglieder müsste dann eine interimistische Lösung getroffen werden.

Wilde Kandidatur als Restrisiko

Bei einer Wahl erst im Juni wäre eine Kündigungsfrist abzuwarten und ein Amtsantritt frühestens am 1. Oktober möglich, wenn kein einvernehmlicher früherer Ausstieg aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis den Interessen der Sekundarschulgemeinde entgegenkäme. Auch bestünde ein Restrisiko, spricht Hofer den möglichen Fall an, dass ein Dritter inoffizieller Kandidat in den ersten Wahlgang hineinrutscht und gewählt würde – was nicht im Sinne der Interpartei-Strategie wäre.

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