Präjudiz für Tempo-30-Zone?

ARBON. Ob im Bergliquartier weiträumig eine Tempo-30-Zone eingeführt wird, das soll ein Verkehrsgutachter erst noch prüfen. Bei der Sanierung der Berglistrasse ist schon einmal eine Schwelle eingebaut worden. Das hat nun Fragen aufgeworfen.

Max Eichenberger
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Tempo drosselnde Schwelle ist unabhängig einer möglichen Dreissiger-Zone eingebaut worden. (Bild: Max Eichenberger)

Tempo drosselnde Schwelle ist unabhängig einer möglichen Dreissiger-Zone eingebaut worden. (Bild: Max Eichenberger)

Der Baustellenverkehr mit zum Teil schweren Fahrzeugen im Bereich des Stahelplatzes hat dazu geführt, dass zusätzliche Schäden bei der Bergli- und der Friedenstrasse aufgetreten waren. Deshalb hat der Stadtrat beschlossen, diese Strassenabschnitte zu sanieren. Eine Sanierung dieser Gemeindestrassen wäre früher oder später angestanden. So hat man sie nun vorgezogen.

Vorgezogen ohne Auflage

Das untere Teilstück der Berglistrasse, ab der Einmündung Kirchweg, ist nun fertig gestaltet; diese ist mit dem neuen Kreisel Stahelplatz verbunden. Bei der Friedenstrasse dauern die Arbeiten noch an. Beim nördlichen Abschnitt ist der Belag aufgetragen.

Kurzfristig hatte der Stadtrat bei der Berglistrasse entschieden, eine Schwelle als verkehrsberuhigende Massnahme einzubauen: Es handelt sich dabei um einen sogenannten Vertikalversatz auf der Höhe des Kirchweges. «Erstaunlich ist diese Massnahme», findet SVP-Stadtparlamentarierin Astrid Straub, «weil sich die ganze Verkehrssituation nach der Eröffnung der neuen Kantonsstrasse und der Umgestaltung der Altstadt mit Einbahnverkehr massiv ändern könnte.» Straub vermutet einen Zusammenhang mit der Petition für eine Tempo-30-Zone im Bergliquartier – und dass der Stadtrat diese schrittweise einzuführen gedenkt. Die vorgezogene Baumassnahme würde so ein Präjudiz darstellen.

Synergien genutzt

Stadtrat Reto Stäheli zufolge erforderten neue Leitungen einen Ausbau. Von Anwohnern sei bei dieser Gelegenheit der Wunsch nach Verkehrsberuhigungsmassnahmen an die Stadt herangetragen worden. Diese Synergien habe man genutzt, aber auf eine öffentliche Auflage verzichtet, räumte Stäheli ein. Als Vorgriff auf eine mögliche Tempo-30-Zone sieht er das allerdings nicht.

Die Behörde werde ein Gutachten ausarbeiten lassen, um eine solche Zone zu prüfen. Ins Budget 2014 aufgenommen werde dazu auch ein Betrag für die Projektierung «einer allfälligen Tempo-30-Zone». Bis das Gutachten vorliegt, werde man jeweils von Fall zu Fall verkehrsberuhigende Massnahmen prüfen, wenn Strassenarbeiten anstehen. Laut Stadtrat Stäheli hätten Kosten gespart werden können. Ein späterer Einbau der Bergli-Schwelle wäre rund 20 000 Franken teurer zu stehen gekommen als die 10 000 bis 15 000 Franken.