Post zügelt bald in den Volg

An der Gemeindeversammlung in Güttingen informierten der Gemeinderat und Vertreter der Schweizerischen Post, dass die örtliche Poststelle zu wenig frequentiert wird. Eine Agentur im Volg wird diese wahrscheinlich ersetzen.

Nicole D'orazio
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GÜTTINGEN. In Güttingen nutzen zu wenig Leute die Poststelle. Die Zahlen werden immer schlechter. Die Einzahlungen sind beispielsweise um 36 Prozent zurückgegangen. Im Februar haben darum Verantwortliche der Schweizerischen Post Kontakt mit dem Güttinger Gemeinderat aufgenommen, um eine Lösung zu suchen. «Wir haben emotionale Diskussionen geführt», sagte Frau Vize-Gemeindeammann Sandra Stadler an der Gemeindeversammlung am Montag zu den 52 anwesenden Stimmbürgern. «Entschieden ist aber noch nichts.»

Roman Good, Leiter Verkaufsgebiet Frauenfeld-Fürstenland bei der Post, erläuterte seine Pläne für eine neue Lösung: «Es gibt zwei Möglichkeiten, entweder eine Agentur oder ein Hausservice, wobei erstere favorisiert wird.» Mit dem Volg habe die Post vor Ort einen Partner, mit dem man schweizweit zusammenarbeite. «Der Volg ist von 7 bis 20 Uhr geöffnet. Das wäre eine deutliche Verbesserung zu den Öffnungszeiten der Poststelle, die knapp vier Stunden werktags und zweieinhalb Stunden am Samstag offen hat.»

Klar für die Agentur

Die Anwesenden stellten einige kritische Fragen, waren aber klar für die Variante einer Agentur und gegen den Hausservice. Der Gemeinderat nehme gerne Feedback aus der Bevölkerung entgegen, sagte Sandra Stadler. «Wenn wir nichts hören, gehen wir davon aus, dass wir mit einer Agentur auf dem richtigen Weg sind.»

Die Jahresrechnung 2012 schliesst nicht wie budgetiert mit einem Verlust, sondern mit einem Gewinn von 224 265 Franken ab. Der Gemeinderat beantragte, diesen für die Planung des Teilumbaus des Gemeindehauses zurückzustellen. Denn dieses würde den heutigen Anforderungen in zwei Punkten nicht mehr genügen: Das Gebäude ist nicht behindertengerecht und weist Mängel in der Arbeitssicherheit auf. Doch nicht alle Stimmbürger waren mit der Gewinnverwendung einverstanden. Armin Vogt etwa beantragte, dass nur 50 000 Franken für die Sanierung zurückgestellt werden und der Rest dem Eigenkapital zukommt. Sein Antrag erhielt allerdings zu wenig Zustimmung. So stimmten 38 Stimmbürger dem Antrag des Gemeinderates zu, fünf waren dagegen. Gemeinderat Thomas Thalmann versicherte, dass die detaillierte Planung den Stimmbürgern vorgelegt wird.

Unbeliebte Zwischenlösung

Anlass zu Diskussionen gab die Information, dass sich die Gemeinde bei der Firma Bruag eingemietet hat, um für den Werkhof eine Übergangslösung mit Büro und Lagerfläche zu haben. Denn der alte Werkhof genügt den Anforderungen nicht mehr, die Arbeitsbedingungen sind nicht toll. Ein neues Projekt bei der Grüngut-Deponie war an der Gemeindeversammlung im Juni 2011 abgelehnt worden.

Einzelne Stimmbürger verstanden diesen Schritt nicht. Die meisten würden sich eine neue Lösung wünschen mit Abstellfläche für die Vereine, hiess es. «Wir haben einen Vertrag für drei Jahre unterschrieben», sagte Thalmann. «Ein Neubau ist nicht vom Tisch. Wir suchen noch den optimalen Standort.» Er lud alle ein, sich am Tag der offenen Tür ein Bild von der Zwischenlösung zu machen. thurgau lokal 37