Polizei stoppt nackten Jogger

Nackt joggte ein Mann zwischen Schönenberg und Halden. Die verständigte Polizei erwischte den 26-Jährigen in flagranti. Er muss mit einer Busse rechnen.

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Folgt auf das Nacktwanderverbot eine Verbotstafel für Nackt-Joggen? (Bild: Nana do Carmo)

Folgt auf das Nacktwanderverbot eine Verbotstafel für Nackt-Joggen? (Bild: Nana do Carmo)

Schönenberg. Ausgerüstet nur mit Bauchtasche, Turnschuhen, Sonnenbrille und Wollmütze machte sich der 26jährige Jogger am letzten Freitagmorgen von der Schwimmbadstrasse in Schönenberg auf den Weg in Richtung Halden. Diesmal jedoch kam er nicht weit. Die Kantonspolizei stoppte ihn. Auf der Gemeindeverwaltung seien mehrere Hinweise eingegangen, dass ein Mann nackt der Thur entlang jogge, berichtet Gemeindeammann Walter Schönholzer. Daraufhin sei die Polizei verständigt worden.

Den Ordnungshütern erklärte der Nackt-Jogger, dass seine Haut so mehr Sauerstoff aufnehmen könne und dies seine sportliche Ausdauer stärke. Laut eigenen Angaben lief er dreimal nackt zwischen Schönenberg und Halden. Im Wald beim Schwimmbad habe er sich jeweils eine Badehose an- und ausgezogen. Gegenüber der Polizei versicherte er, in Zukunft in angepasster Kleidung zu joggen.

Beim Bezirksamt angezeigt

Trotzdem muss er mit Konsequenzen rechnen. Er wurde beim Bezirksamt Bischofszell wegen «Erregung öffentlichen Ärgernisses» angezeigt. Für die angehende Statthalterin im Bezirk, Irène Scheidegger, ein ganz neuer Fall. Denn mit nackten Joggern oder Nacktwanderern hatte die bis Ende des Monats amtierende Vize-Statthalterin noch nicht zu tun. Wie sie sagt, muss der Übeltäter nach dem jetzigen Ermittlungsstand mit einer Busse rechnen. Sofern kein sexueller Hintergrund nachgewiesen werden kann.

Durch Nacktwanderer animiert?

Gemeindeammann Walter Schönholzer nimmt den Vorfall gelassen. Der Jogger sei wohl durch das Nacktwandern im Alpstein animiert worden. Dass sexuelle Absichten dahinter stecken, glaubt Schönholzer nicht. Jedenfalls hätten die Hinweise aus der Bevölkerung nicht darauf hingedeutet.

Aber erstaunt und erschrocken seien die Leute gewesen, die den nackten Jogger gesehen haben. «Solches Treiben können wir in unserer Gemeinde natürlich nicht dulden. Deshalb hat die Behörde auch die Polizei verständigt.

» Der Mann sei ihm nicht bekannt, sagt der Gemeindeammann. Er hofft, dass es ein Einzelfall bleibt. Falls nicht, wird die auf Signaltechnik spezialisierte Firma Walter AG bald eine Verbotstafel für das Nackt-Joggen anbieten können. Eine Tafel für das Nacktwandern ist ja bereits im Sortiment des Sulger Unternehmens. (kapo/urb)

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