Planungen können weitergehen

Die erste Hürde ist genommen: Die Gemeindeversammlung hat den Projektierungskredit in der Höhe von 385 000 Franken für die Sanierung und den Ausbau der Stedi und des Hafens bewilligt.

Nicole D'orazio
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Die Stedi ist das Wahrzeichen von Ermatingen und bewegt die Gemüter. Das zeigte auch der Aufmarsch von 234 Personen an der Gemeindeversammlung am Mittwochabend. Haupttraktandum war der Projektierungskredit in der Höhe von 385 000 Franken für die Sanierung und die Verbreiterung der Stedi, für den Ausbau und die Sanierung des Hafens und der Mole sowie für die Verlängerung der Steganlage Ost. «Der Projektierungskredit ist weichenstellend», sagte Gemeindepräsident Martin Stuber. «Es wäre schade, wenn wir heute Ja sagen und in einem Jahr den Baukredit ablehnen würden.» Für das siegreiche Projekt «Fernsicht» wird mit Gesamtkosten von rund 7,4 Millionen Franken gerechnet. Man müsse die drei Teilprojekte als eine Einheit ansehen und könne diese nicht auseinander reissen, sagte Stuber.

Das genau aber wollte Hans Jörg Ernst. Er fand die 360 000 Franken, die der Kanton als Kostenbeteiligung in Aussicht gestellt hat, als zu wenig und dass man nochmals verhandeln müsse. Er wollte zudem wissen, ob mit dem Kanton ein Vorvertrag über die Eigentumsverhältnisse bestehe, da alles im See dem Kanton gehöre. Ernst stelle den Antrag, den Hafen zurückzustellen und die Abstimmung geheim durchzuführen. Er fand jedoch bei der Mehrheit kein Gehör.

Mit dem Kanton wird nochmals verhandelt

Man werde mit dem kantonalen Departement für Bau und Umwelt das Gespräch bestimmt nochmals suchen, versicherte Stuber dem Votanten. «Dafür müssen wir aber genau wissen, was das Projekt wirklich kostet.» Man verfüge über einen Beschluss des Regierungsrates, dass der Gemeinde der Hafen zur Benutzung überlassen werde. «Mittels einer Konzession sind wir für den Hafen verantwortlich. Wir müssen die Kosten tragen, weil wir die Nutzniesser sind.»

Marco Dübendorfer stellte in Frage, ob das ganze Projekt wirklich sieben Millionen Franken kosten müsse, und ob man nicht mindestens zwei Varianten vorschlagen könne. Stuber entgegnete, dass eine zweite Variante noch mehr Planungskosten verursachen würde. «Es wird aber Optionen geben, über die die Versammlung bestimmen kann.» Das Projekt basiere auf den Wünschen der Bevölkerung. Zu Projektbeginn hätte man diese in Workshops einbringen können, betonte er. Peter Dransfeld, Walter Tanner und Urs Tobler sprachen sich für das Projekt aus. «Die neue Stedi wäre eine Verbesserung», sagte Dransfeld. Tanner betonte, wie nötig eine Sanierung sei. «Die Stedi ist immer schlechter zwäg.» Eine Mehrheit sah das genauso. Der Kredit wurde bei 23 Nein-Stimmen und 9 Enthaltungen klar angenommen.