Plakate, aber kaum Wahlkampf

Martin Brenner verspricht vollen Einsatz, Hans Eschenmoser verweist auf seine vielseitige Erfahrung. Der Wahlkampf um den Sitz im Weinfelder Gemeinderat geht in die entscheidende Phase, wird aber verhalten geführt.

Markus Zahnd
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Martin Brenner: «Wir wollen beide das Beste für Weinfelden.» (Bild: Nana do Carmo)

Martin Brenner: «Wir wollen beide das Beste für Weinfelden.» (Bild: Nana do Carmo)

Weinfelden. Hans Eschenmoser (SVP) lacht von Plakaten in Gärten und Feldern, Martin Brenner (FDP) versucht es auch mit Plakaten an Strassenlaternen. Zudem flatterte in dieser Woche ein Flyer der beiden Kandidaten der Ersatzwahl für den Weinfelder Gemeinderat in alle Haushalte. Martin Brenner verspricht dabei «vollen Einsatz für Weinfelden», während Hans Eschenmoser seine «vielseitigen Erfahrungen und sein umsichtiges Handeln» betont.

Beide sind engagiert, von einem verbissenen Wahlkampf ist allerdings nichts zu spüren, auch ein Podium wird es nicht geben.

Das Beste für Weinfelden

«Wir kommen beide aus dem bürgerlichen Lager und sind uns deshalb auch ähnlich», begründet Hans Eschenmoser die Zurückhaltung. Von einem Kampf will auch Martin Brenner nicht sprechen: «Wir gehen nicht aufeinander los, es geht fair zu und her. Und schliesslich wollen wir beide nur das Beste für Weinfelden.

» Die beiden Kandidaten für die Nachfolge Peter Jüngers (FDP), der auf Ende Juni zurücktritt, hatten seit der Bekanntgabe ihrer Kandidaturen auch Kontakt zueinander. Allerdings sei dieser Kontakt weder intensiver noch weniger intensiv gewesen als vorher, sagt Hans Eschenmoser.

SP: «Zwei fähige Kandidaten»

Das letzte Mal getroffen haben sich Brenner und Eschenmoser am Dienstag. Die Weinfelder SP hat die beiden eingeladen, sich der Partei vorzustellen.

In ihrer Medienmitteilung unterstreichen denn auch die Sozialdemokraten die Ähnlichkeit der Kandidaten: «Beide weisen viele Gemeinsamkeiten auf, unterscheiden sich aber durchaus in spezifischen Fragen oder bei den Lebensumständen», schreibt die SP. Daher gibt die Partei keine Wahlempfehlung ab, sondern spricht von zwei fähigen Kandidaten. Auch wenn sich Kandidaten und Wahlkampftaktiken stark ähneln, gibt es einen Unterschied.

Martin Brenner lädt die Weinfelder in der kommenden Woche im «Wein & Mehr» zu drei Kennenlern-Apéros ein. Er verspricht sich davon interessante Begegnungen mit Stimmbürgern. Hans Eschenmoser hingegen verzichtet auf eine solche Aktion. «Wir haben das überlegt, dann aber bewusst darauf verzichtet. Die Erfahrung zeigt, dass solche Angebote nur wenig genutzt werden.»

Beide sind zuversichtlich

Den Wahlkampf führen sie verhalten, das Ziel, gewählt zu werden, verlieren beide aber nicht aus den Augen.

Eine Prognose, wie die Wahl am 13. Juni ausgeht, wollen sie allerdings nicht wagen. «Ich glaube, dass meine Chancen realistisch sind», sagt Martin Brenner. «Ich bin zuversichtlich, dass ich gewählt werde», sagt auch Hans Eschenmoser. Um ihr Ziel zu erreichen, lachen beide den Weinfeldern noch drei Wochen von ihren Plakaten entgegen.

Hans Eschenmoser: «Wir sind zwei ähnliche Kandidaten.» (Bild: Susann Basler)

Hans Eschenmoser: «Wir sind zwei ähnliche Kandidaten.» (Bild: Susann Basler)