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Pinkelparty fürs Baby

Leuchtturm

Plötzlich werden die wildesten Geschichten an einen herangetragen. Schwangere werden nicht verschont. Die Schwester der Kollegin der Freundin meines Bruders hat ihr Kind im Auto bekommen. «Das kriegst du nie mehr sauber!», werde ich gewarnt. Per Whatsapp erhalte ich das Video einer Elefantengeburt mit dem Kommentar: «Hoffe dein Baby ist nicht so gross.»

Besser sind nur noch die abstrusen Traditionen, zu denen angeregt wird: Von der Babyshower zum Plazenta-Smoothie für bessere Haut bis hin zur Pinkelparty. Klingt nach amerikanischer Sitte. Aber ohalätz. Die Pinkelparty hat hier landläufig offenbar Tradition. «Ischwemmä», heisst der Brauch im Thurgau. Und er passt zumindest vom Namen her auch in die Stadt am Wasser.

Gemeint ist damit nicht etwa, dass das Neugeborene beim Hafenglöggli in den See geworfen wird, während alle gespannt beobachten, wie es beim Kornhaus wieder angeschwemmt wird. Mit der Schwemmä ist vielmehr die feucht-fröhliche Konsumation gemeint, die dem Baby symbolisch beim Wasserlassen helfen soll. Und zwar trifft sich der frischgebackene Vater mit seinen Kumpels zum – äxgüsi – saufen, während Mutter und Baby sich von der Geburt erholen. Na dann, Prost!

Es gibt aber Hoffnung – zumindest für werdende Väter in Romanshorn: Es scheint nämlich, als ob diese unsägliche Tradition hier bald wie von allein verschwindet – vielleicht als einzig positiver Nebeneffekt des Beizensterbens.

Annina Flaig

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