Phantomdiebe gehen um

ARBON. Die Sommerhitze mag manche Leute träge gemacht haben – oder unvorsichtig. In Arbon haben dies Diebe ausgenützt. Eine Reihe von Einschleichdiebststählen in der Zeitspanne von Juni bis Mitte August hat die Kantonspolizei bestätigt.

Max Eichenberger
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Mindestens fünf Fälle sind bisher aktenkundig. Ein weiterer ist nicht offiziell bestätigt. Die Muster ähneln sich. Ob es sich um dieselbe Täterschaft handelt, ist allerdings offen. Die Polizei ist ihrer bisher nicht habhaft geworden.

Als Kunde oder Gast

Die Ermittlungen in den verschiedenen Fällen laufen, sagt Matthias Graf von der Medien-Abteilung der Thurgauer Kantonspolizei. Die Spurensicherung könnte mögliche Zusammenhänge aufzeigen. Die Täterschaft hat sich jeweils in Restaurant-, Laden- und Büroräumlichkeiten während der Betriebszeiten als vermeintlicher Gast oder Kunde eingeschlichen und dann nach Geldbörsen gespäht. Auch Einfamilienhäuser sind heimgesucht worden.

Serviceportemonnaie behändigt

Ihren Anfang genommen hat die Serie Mitte Juni in der «Wunderbar». Dort griff die oder der Unbekannte nach dem Serviceportemonnaie hinter der Theke. Das sei nicht der erste Fall gewesen, erinnert sich Stefan Engl an einen Mann, der ihm vor zwei Jahren aufgefallen ist, wie er umtriebig durch das Lokal gependelt war.

Vom Täter aufgesucht wurde im Juli dann der Blumenladen «Das Blumenkind» am Marktplatz. Dort hat sich der Einschleichdieb während der Geschäftsöffnungszeit unbemerkt an der Registrierkasse zu schaffen gemacht und Geldnoten sowie Münz behändigt, als diese einen Moment lang offenbar unbeaufsichtigt gewesen war.

Unverschlossene Türe

Ebenfalls im Juli verschafften sich eine oder mehrere Personen tagsüber Zutritt zu einem unverschlossenen Büro und nahmen das Geld dort unbemerkt aus der Kasse und gingen so still, wie sie gekommen waren. Es habe sich bei der Beute um einen grösseren Geldbetrag gehandelt, so der Polizeisprecher.

Im selben Monat schlich sich ein Mann in ein Einfamilienhaus an der Berglistrasse ein in Gegenwart eines Bewohners. Als dieser seiner gewahr wurde, flüchtete er.

Nächstes Ziel des Einschleichdiebs war Mitte August ein Restaurant an der St. Gallerstrasse, wo er offenbar den richtigen Moment abgepasst hatte. Dort liess das Phantom unbehelligt ein Portemonnaie mitlaufen, das er in einem unverschlossenen Büro vorgefunden hatte.

Noch nicht bestätigt ist ein jüngster Fall eines Einschleichdiebstahls in ein Haus an der Weststrasse.

Wertsachen vor Zugriff sichern

Es komme immer wieder vor, dass Diebe auf Wertsachen in unverschlossenen Räumen aus seien, sagt Graf. Auch Bauernhöfe hätten sie zunehmend im Visier. «Darum ist Vorsicht geboten. Wertsachen sollten eingeschlossen und vor leichtem Zugriff gesichert werden, betonen wir in unserer Präventionsarbeit.» Auch in Bürohäusern, Restaurants oder Ladenlokalen.

Unter www.kapo.tg.ch können Präventions-Hinweise und Prospekte heruntergeladen werden.