Pfosten des Anstosses

ROMANSHORN. Auf vier verschiedenen Tempo-30-Strassen sind zur Verkehrsberuhigung bewegliche Hartgummi-Pfosten in die Fahrbahn eingelassen worden. Die Baukommission hat nur negative Rückmeldungen zu dieser Massnahme erhalten.

Christa Kamm-Sager
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Bewegliche Pfosten aus Hartgummi mitten auf der Weitenzelgstrasse: Bremswirkung oder zu gefährlich für Velofahrer? (Bild: Christa Kamm-Sager)

Bewegliche Pfosten aus Hartgummi mitten auf der Weitenzelgstrasse: Bremswirkung oder zu gefährlich für Velofahrer? (Bild: Christa Kamm-Sager)

Tempo-30-Zonen müssen mit verkehrsberuhigenden Massnahmen versehen werden. Das sei so vorgeschrieben, so die Gemeinderäte Max Sommer und Danilo Clematide, die beide Mitglieder der Baukommission sind. Was aber jetzt in der Weitenzelg-, der Feldegg, der Kaustauden- und der Badstrasse montiert wurde, kommt bei der Bevölkerung nicht gut an: «Ich habe durchs Band nur negative Rückmeldungen erhalten», teilt denn auch Gemeinderat Danilo Clematide auf Anfrage mit.

Isoliert mitten in der Fahrbahn

Der Grund für diese Reklamationen: Die Pfosten beispielsweise in der Weitenzelgstrasse, sind vor und hinter den eingezeichneten Parkfeldern am Strassenrand angebracht. Sind dort aber keine Autos parkiert, stehen die Pfosten isoliert mitten auf dem rechten Teil der Fahrbahn. Zudem sind sie schwarz und deshalb gerade in der Nacht schlecht zu sehen.

Testphase

«Wir müssen die Verkehrssicherheit nochmals prüfen», sagt denn auch Gemeinderat Danilo Clematide. Es handle sich jetzt um eine Testphase, so Max Sommer. «Wir wollen prüfen, ob sich diese verkehrsberuhigende Massnahme bewährt.» Die Pfosten stünden jetzt etwa einen Monat und es seien bereits Autos hineingefahren. Von Unfällen mit Velofahrern habe man noch nichts gehört.

Könnte zu Sturz führen

Aber gerade für Velofahrer könnten die Pfosten, die zwar bei einer Kollision mit einem Auto zurückweichen, da sie aus Hartgummi sind, gefährlich werden. «Für einen Velofahrer könnte die Kollision mit einem Pfosten durchaus zu einem Sturz führen», gibt Clematide zu bedenken. Zudem seien die Reflektoren an den schwarzen Pfosten für starke Scheinwerfer von Autos ausgerichtet. Das eher schwächere Licht eines Velos werde zu wenig zurückgestrahlt von den Reflektorenbändern.

«Diese müssen allenfalls verstärkt werden», so Clematide.

Öffentlich aufgelegt

Die betreffenden Tempo- 30-Zonen seien mit den nun kritisierten Pfählen zur Verkehrsberuhigung und den Signalisationen öffentlich aufgelegt gewesen, so Danilo Clematide. Einsprachen seien während dieser Bauauflage keine eingegangen.

Ziel der Baukommission sei es, mit einem möglichst geringen finanziellen Aufwand verkehrsberuhigende Massnahmen umzusetzen. Eine andere Möglichkeit wären Blumentöpfe oder Bäume, die aber sofort mehr kosten würden und ebenfalls umstritten seien.