Pfarrer Jehle soll abtreten

KREUZLINGEN. Die Dialoggruppe Kreuzlingen, die sich eine liberale und offene Seelsorge in der katholischen Pfarrei St. Ulrich wünscht, sieht nur eine Möglichkeit, um die Wogen zu glätten: Einen personellen Neuanfang.

Nicole D'orazio
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Das ist die Dialoggruppe: Bruno Schlauri, Ruedi Anderegg, Monica Schär, Urban Büchel, Rolf Seger, Pirmin Hugentobler, Erich Bätschmann und Xaver Dahinden. (Bild: pd)

Das ist die Dialoggruppe: Bruno Schlauri, Ruedi Anderegg, Monica Schär, Urban Büchel, Rolf Seger, Pirmin Hugentobler, Erich Bätschmann und Xaver Dahinden. (Bild: pd)

Der Dialog ist ins Stocken geraten, die Fronten im Streit um die Pfarrei St. Ulrich und deren Leiter Alois Jehle sind verhärtet. Die Aussicht auf eine Lösung scheint minimal. Deswegen geht die Dialoggruppe der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen – das sind Ruedi Anderegg, Erich Bätschmann, Urban Büchel, Xaver Dahinden, Pirmin Hugentobler, Monica Schär, Bruno Schlauri und Rolf Seger – nun in die Offensive und fordert den Abgang von Jehle.

«Eigentlich wollten wir gemeinsam eine für alle Seiten akzeptable Lösung finden», sagt Xaver Dahinden an der gestrigen Medieninformation. «Doch wir wurden weder von der Kirchbehörde noch vom Pfarrer ernst genommen. Unsere Anliegen haben wir zwar schon mehrfach vorgebracht, stossen aber auf taube Ohren.» Deswegen nahm die Gruppe letzte Woche auch nicht an einem Gesprächsabend mit Jehle teil (unsere Zeitung berichtete).

Die Gruppe fordert eine offenere und herzlichere Seelsorge. Denn St. Ulrich werde seit drei Jahren zu einer extrem konservativen Pfarrei umgebaut, sagt Dahinden. Für liberale und moderne Auslegungen gebe es keinen Platz mehr. «Man hat uns seitens der Vorsteherschaft sogar gesagt, wir sollten uns doch umorientieren, nach Münsterlingen, Konstanz oder Tägerwilen.»

Sie wollen nicht ausweichen

«Das wollen wir aber nicht. Wir sind Kreuzlinger, gehören dieser Pfarrei seit Jahren an und zahlen hier unsere Steuern», ergänzt Ruedi Anderegg.

«Ein Dialog scheint leider nicht mehr möglich», sagt Dahinden. Ohne einen Mediator sowie Vertreter des Bistums sowieso nicht, meint Monica Schär. «So kann es nicht mehr weitergehen.» Die einzige Möglichkeit sei der Abgang von Pfarrer Jehle und dann ein Neustart. Diese Forderung sei kein Angriff aus dem Hinterhalt, betont sie. «Unsere Anliegen sind für Pfarrer Jehle nichts Neues. Eigentlich ist unser Appell ein Hilfeschrei, eine Bitte um Mitarbeit.»

Webseite für Feedback

Die Gruppe schaltet heute eine eigene Webseite auf. «Die Kirchenvorsteherschaft behauptet, dass wir nur eine kleine Gruppe sind. Das sehen wir nicht so», sagt Dahinden. Bisher habe man noch keinen Kanal für Feedbacks aus der Bevölkerung. Mit der Webseite wolle man einen schaffen. «Wir möchten so an die Leute rankommen.» Das soll aber nicht alles sein: Dahinden stellt in Aussicht, dass die Gruppe eine Petition lancieren wird. Man wolle erhört werden.

Jehle äusserte sich nicht. Er verwies auf eine Stellungnahme von Martin Beck, Präsident des Pfarreirates (siehe rechts).

www.dialoggruppe-kreuzlingen.com