Pfarrer Feller verabschiedet

SITTERDORF. Weit über 1000 Gottesdienste hat Pfarrer Christian Feller in Sitterdorf und Zihlschlacht gefeiert. Vergangenen Sonntag hielt er seinen Abschiedsgottesdienst – er geht nach 25 Jahren im Amt in Pension.

Claudia Gerrits
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Die Kirchenbesucher liessen es sich nicht nehmen, ihrem Pfarrer zum Abschied die Hand zu schütteln. (Bild: Claudia Gerrits)

Die Kirchenbesucher liessen es sich nicht nehmen, ihrem Pfarrer zum Abschied die Hand zu schütteln. (Bild: Claudia Gerrits)

Zum Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Christian Feller hatten sich die Bänke in der Kirche Sitterdorf noch einmal gefüllt. Das Erlenholzensemble umrahmte die Feier mit festlicher Musik. In seiner letzten Predigt erzählte Feller die Geschichte vom Oberzöllner Zachäus, der durch Betrug und Lügen reich geworden war, und wie dessen unerwartete Begegnung mit Jesus sein Leben veränderte. Es sei seine Lieblingsgeschichte, erklärte Feller. Sie enthalte die Botschaft, die ihm in den letzten 25 Jahren immer wichtig gewesen sei: «Jesus schaut auf mich, bleibt stehen, ruft mich zu sich und schenkt mir seine Liebe.» Mit einem Liegestuhl und Büchern beschenkte Kirchenpräsident Ernst Ehrbar den scheidenden Pfarrer. «Im Ruhestand bleibt bestimmt mehr Zeit und Musse», erklärte Ehrbar dazu. Manche Hände hatte Christian Feller noch zu schütteln, als ihn am Ende des Gottesdienstes alle Kirchenbesucher mit Dank und guten Wünschen bedachten.

«Ein Stückchen Himmel»

«Nach all den Jahren habe ich das Gefühl, das sind meine Leute», sagt Christian Feller, wenn er auf die 25 Jahre in der Kirchgemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf zurückblickt. Angefangen mit 1000, sind es heute 1200 Gemeindemitglieder. «Eine schöne Grösse, man kennt sich noch», erklärt Feller. Weit über 1000 Gottesdienste hatte er als Pfarrer vorbereitet und gehalten. In den ersten Jahren, vor dem Zusammenschluss der beiden Kirchgemeinden, hielt Feller jeden Sonntag in Sitterdorf und in Zihlschlacht einen Gottesdienst. Viele Kinder hat er getauft. «In einem Jahr waren es einmal 20 Taufen, im letzten Jahr waren es nur noch fünf.» Er habe sehr gerne getauft. «In den Augen eines kleinen Kindes kann man ein Stückchen Himmel sehen.»

Grössere Ansprüche

Natürlich habe sich in den 25 Jahren vieles verändert, sagt Christian Feller. Der Kirche gehe es ja nicht gut, und die Schuld suche man beim Pfarrer. «Die Ansprüche sind grösser geworden.» Die Verantwortung, das Gefühl, nicht zu genügen, sei nicht immer einfach zu tragen gewesen, sagt Feller. Was in der heutigen Zeit zähle, sei nur der Erfolg – dieses Denken spüre man auch in der Kirche. «In der Gemeinde haben wir es jedoch gut gehabt», betont er. Bis am nächsten Samstag ist Christian Feller noch im Amt. Dann zieht er ins Prättigau, wo er und seine Familie 40 Jahre lang ihre Ferien verbrachten. «Das wird schon eine Umstellung sein», blickt Feller auf den neuen Lebensabschnitt.

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