Petri Heil im Hotel Mama

OBERHOFEN. Die Familie nutzt die Mutter aus. Dieser wird es zu viel und sie packt die Koffer. Danach merken die anderen, was sie an ihr haben. Der Frauenturnverein und die Männerriege brachten ein aktuelles Thema auf die Bühne in Oberhofen.

Barbara Hettich
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Am Mutter- und Hochzeitstag: Mutter Karin Huber bekommt eine Karte und ein heisses Höschen. Die anderen sind davon wenig begeistert. (Bild: Reto Martin)

Am Mutter- und Hochzeitstag: Mutter Karin Huber bekommt eine Karte und ein heisses Höschen. Die anderen sind davon wenig begeistert. (Bild: Reto Martin)

Mitten aus dem Leben, etwas überzeichnet und doch realitätsnah – so könnte man das Theaterstück «Petri Heil und Waidmanns Dank» beschreiben, das der Frauenverein und die Männerriege Oberhofen-Illighausen am Freitag- und Samstagabend auf die Bühne der Mehrzweckhalle brachten.

Der Vorhang geht auf und das Publikum ist mitten im Wohnzimmer einer normalen Familie. Die Mutter (Karin Huber) bügelt, und dies am Mutter- und Hochzeitstag. Die Vase für die erwarteten Blumen steht bereit. Doch ihr Ehemann (Markus Hengartner) bringt ihr lediglich gefangene Forellen, ihr Sohn (Michi Weber) dreckige Fussballkleider und ihre Tochter (Ursi Wismer) einen neuen Freund (Kevin Rüegg) und die Wäsche der Wohngemeinschaft. Als ob dies nicht genug wäre, überrascht der Schwager (Daniel Rüegg) sie mit einem toten Reh. Sprüche wie: «Du häsch doch es schöns Läbe mit dem bitzli Heimarbeit» oder «Wer Kinder in die Welt setzt, hat für sie auch zu sorgen», dürften entsprechend den Lachern bei vielen im Publikum einen hohen Erinnerungswert haben.

Der Mutter platzt der Kragen

Als dann die Familie der Mutter auch noch einen Kochtopf zum Muttertag schenkt, reicht es ihr. Sie packt den Koffer und reist mit ihrer Freundin (Brigitta Seiz) in den Wellnessurlaub. Ohne Mutter versinkt das Wohnzimmer im Chaos. Die Schwiegermutter (Rösli Hinnen) reist an und als dann auch noch zwei «heisse» Italienerinnen auftauchen, wird es turbulent. Ob nun die Joints oder das nach Feng Shui umgeräumte Wohnzimmer ihren Einfluss hatten – der Mann macht eine Wandlung durch und schliesst am Ende seine Frau dankbar in die Arme.

Hoffen auf Besserung

Werner Möckli, Vorstand der Männerriege, bedankt sich bei allen Akteuren und dem Publikum für den langanhaltenden Applaus: Er wünscht allen Müttern, dass sie am Muttertag besser berücksichtigt werden.