Pediküre auf dem Bauernhof

MÄRSTETTEN. Zweimal jährlich bekommt das Hohe Haus in Märstetten Besuch von Edith und Werner Renfler aus Niederwil. Sie gehören schweizweit zu den wenigen, die das Klauenschneiden noch hauptberuflich ausüben.

Werner Lenzin
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Werner Renfler schneidet die Klauen der Kühe auf dem Hof zum Hohen Haus. (Bild: Werner Lenzin)

Werner Renfler schneidet die Klauen der Kühe auf dem Hof zum Hohen Haus. (Bild: Werner Lenzin)

Ein Jeep mit einem Anhänger fährt vor den Laufstall des Hohen Hauses. Schnell haben Edith und Werner Renfler die beiden Klauenstände vom Anhänger abgeladen, das Werkzeug bereitgelegt und den Winkelschleifer am Strom angeschlossen: die Arbeit kann beginnen. Bei den ersten beiden behandelten Tieren tropft Blut, das der Hund des Klauenschneiders vom Boden auf leckt. «Dass es blutet, ist aussergewöhnlich.

Schuld an dieser Verletzung ist eine Zwischenwarze», erklärt Renfler, der die Wunde fachmännisch verbindet und beim Huf eines anderen Tieres ein Holzklötzchen als entlastende Stehhilfe aufklebt.

Bis zu 100 an einem Tag

Ruhig führen Tatjana und Herbert Heer die Kühe aus ihrem Laufstall und sprechen ihnen zu, wenn sie sich angstvoll vor dem Anbinden der Beine im Klauenstand wehren.

Mindestens zweimal jährlich gilt es die Kühe mit Winkelschleifer und Klauenmesser zu «schuehne», wie der Klauenschneider seine Arbeit nennt. «Wichtig ist, das Hohlschneiden, sonst stehen die Tiere auf den Ballen», erklärt Renfler.

An einem Tag schneidet Renfler zwischen 50 und 100 Tieren die Tragwände der Klauen zurück. Diese tragen das ganze Gewicht der Kühe, welche im Laufstall auf harten Böden, Einstreu oder Morast stehen.

Geschickt schneidet Renfler mit seinem Winkelschneider und dem gutgeschliffenen Messer das tote Horn von den Hufen.

Gefahr von Entzündungen

«Die Tiere stehen oft an Orten, welche vielerlei Keime enthalten und sie krank machen können», weiss der Klauenschneider aus Erfahrung. Ungepflegte Klauen können deshalb eine Brutstätte für Krankheitserreger und eingedrungene Keime sein und können zu Entzündungen führen.

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