Paul Humbel tritt zurück

KRADOLF-SCHÖNENBERG. Der Gemeinderat Kradolf-Schönenberg wird die Amtsperiode 2011–2015 in nahezu unveränderter Zusammensetzung in Angriff nehmen. Einzig Paul Humbel hat sich entschlossen, auf eine Wiederwahl zu verzichten.

Georg Stelzner
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Im Sitzungszimmer des Gemeinderats macht Paul Humbel seinen Platz für ein neues Behördemitglied frei. (Bild: Georg Stelzner)

Im Sitzungszimmer des Gemeinderats macht Paul Humbel seinen Platz für ein neues Behördemitglied frei. (Bild: Georg Stelzner)

Nach acht Jahren, in denen er das Ressort «Sicherheit und Verkehr» geleitet hat, zieht sich Gemeinderat Paul Humbel (SVP, Schönenberg)Ende Mai 2011 aus der kommunalen Exekutive zurück. «Mit 58 Jahren bin ich der Älteste im Gemeinderat und ich denke, dass es an der Zeit ist, einem jüngeren Mitglied Platz zu machen», begründet er seinen Rücktritt.

Als wichtigste Geschäfte seiner Amtszeit bezeichnet Humbel diverse Beschaffungen für den Feuerwehr-Zweckverband Sulgen-Kradolf-Schönenberg: «Wir haben in dieser Zeit zwei neue Fahrzeuge, neue Atemschutzgeräte, eine neue Brandschutzbekleidung und neue Helme erhalten.» Als weites Tätigkeitsfeld habe sich auch der Unterhalt der bestehenden Gemeindestrassen erwiesen.

Humbel scheidet ohne Groll aus dem Gemeinderat aus: «Ich hatte Spass an dieser Aufgabe und möchte die dabei gemachten Erfahrungen nicht missen.»

Personelle Kontinuität

Gemäss heutigem Kenntnisstand wird es keine weiteren Demissionen geben. Gemeindeammann Walter Schönholzer (FDP, Neukirch an der Thur), Renate Bruggmann (SP, Kradolf), Fabio Ebnöther (parteilos, Kradolf), Marcel Hunziker (parteilos, Buhwil), Ursula Kessler (parteilos, Kradolf) und Peter Schrepfer

(FDP, Schönenberg) stellen sich für eine weitere Amtsdauer zur Verfügung und sorgen damit im Gemeinderat Kradolf-Schönenberg für ein hohes Mass an personeller Kontinuität. «Diese Tatsache kann man unter dem Motto sehen: Gemeinsam den erfolgreichen Weg weitergehen», stellt der Gemeindeammann fest. Problematisch wäre es, wenn mehr als drei Behördemitglieder auf einmal zurücktreten würden.

Schönholzer verweist darauf, dass in der laufenden Legislaturperiode einige grosse Dossiers abgeschlossen werden konnten. «Hervorzuheben sind insbesondere die Revision der Ortsplanung, der Bau des Hochwasserschutzdammes sowie verschiedene Sanierungs- und Ausbauarbeiten an der Infrastruktur.»

Abbild der Bevölkerung

Den Gemeinderat Kradolf-Schönenberg zeichnet nach Einschätzung Walter Schönholzers eine «aussergewöhnliche Kollegialität» aus. Dennoch werde in der Behörde bisweilen hart, aber stets fair diskutiert.

Er lege grossen Wert darauf, betont der Gemeindeammann, dass die Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat unabhängig denken und den Mut aufbringen, eine eigene Meinung zu vertreten. «Ich will im Gemeinderat keine Kopfnicker, sondern kritische Leute, denn nur so entsteht jener Drive, der die Gemeinde vorwärts bringt.» Wichtig ist Schönholzer auch, dass beide Geschlechter im Gemeinderat vertreten sind, da Frauen bei vielen Themen eine andere Sichtweise hätten als Männer:

«Entscheiden sollen zwar die Fähigkeiten, doch einen Gemeinderat ohne Frauen könnte ich mir nicht vorstellen.»

Auch wenn es die Gemeindeordnung schon für die laufende Amtsperiode nicht mehr vorschreibt, würde es Schönholzer begrüssen, wenn weiterhin alle vier Dörfer im Gemeinderat vertreten wären. «Ich würde mich selber dafür stark machen, weil ich finde, dass die Behörde ein Abbild der Bevölkerung sein soll.»

Siebnergremium ideal

Von einer Verkleinerung des Gemeinderates hält Schönholzer nichts. «Zum einen hätte ein Fünfergremium eine grössere Belastung jedes Einzelnen zur Folge, zum andern wäre es schwieriger, sämtliche Dörfer zu berücksichtigen und ein breites berufliches und gesellschaftliches Spektrum zustande zu bringen.» Das Argument, dass eine kleinere Behörde kostengünstiger wäre, lässt Schönholzer nicht gelten.

Er gibt zu bedenken, dass bei einem grösserem Arbeitsaufwand auch eine höhere Entschädigung bezahlt werden müsste. Zudem spreche auch die grössere Meinungsvielfalt für ein Siebnergremium.