Patrouillen für mehr Sicherheit

SULGEN. Das Abfallproblem ist in Sulgen noch nicht gelöst. Verbessert hat sich aber laut Gemeindeammann Andreas Opprecht und Gemeinderat Walter Senn das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Ab April ist die Securitas die zweite Saison unterwegs.

Andrea Kern
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Jeder sollte wissen, wie man Abfall entsorgt; die Securitas macht es vor. (Archivbild: Michael Freisager)

Jeder sollte wissen, wie man Abfall entsorgt; die Securitas macht es vor. (Archivbild: Michael Freisager)

Sobald die Temperaturen steigen, zieht es Jung und Alt nach draussen. Das freut aber nicht alle. Denn Nebenerscheinungen wie Lärm und Abfall gehören nicht selten dazu. Die Gemeinde Sulgen hat deshalb im vergangenen Jahr zum erstenmal einen Sicherheitsdienst damit beauftragt, in den wärmeren Monaten für Ordnung zu sorgen. Gemeindeammann Andreas Opprecht und Gemeinderat Walter Senn zeigen sich zufrieden mit den Einsätzen, so dass Mitarbeiter der Securitas auch in diesem Jahr wieder patrouillieren werden.

Angst vor einer Gruppe

«Die Sulger haben die Einsätze positiv aufgenommen. Die Securitas hat das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung erhöht», sagt Andreas Opprecht. Denn vor allem ältere Leute hätten sich zuvor am Bahnhof oder an anderen Orten, wo es Gruppenansammlungen gibt, manchmal nicht mehr wohl gefühlt. Dies war der Hauptgrund, weshalb die Gemeinde Sulgen in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Schule Kradolf-Schönenberg die Sicherheitspatrouillen eingeführt hat.

Ein weiterer Grund sind Beschädigungen, Verschmutzungen und Abfall. Das Littering sei hier das Hauptproblem. «Und dieses haben wir noch nicht gelöst», sagt Walter Senn. Liegengebliebene oder gar kaputte Flaschen seien insbesondere auf dem Bahnhofareal keine Seltenheit, gebessert habe sich die Situation auf Grillplätzen. «Trifft die Patrouille auf eine Gruppe, notiert sie sich die Personalien», erklärt Andreas Opprecht. Alleine dadurch werde weniger liegengelassen. «Wir wollen aber keine Party verbieten», stellt er klar. Andreas Opprecht und Walter Senn sprechen zudem bewusst nicht von Jugendlichen. «Es gibt auch Erwachsene, die Abfall auf den Boden werfen.»

Ein- bis dreimal pro Woche

Ab April ist die Securitas ein- bis dreimal pro Woche mit einer Zweierpatrouille zwischen den von der Gemeinde definierten Plätzen unterwegs. Dazu gehören unter anderem der Bahnhof, die Schulen, Grillplätze, das Reservoir und Spielplätze. Die Einsatzzeiten teilt die Securitas selber ein. Doch für dieses Jahr möchten Opprecht und Senn die Einsätze besser mit anderen Gemeinden durchmischen, so dass die Patrouille mehrmals am gleichen Ort erscheint. «Je öfter die Securitas gesehen wird, desto weniger Abfall bleibt liegen», sagt Andreas Opprecht. «Doch wir müssen auch zwischen der Präsenz und den vertretbaren Kosten abwägen.» Im letzten Jahr beliefen sich diese auf rund 8000 Franken.

Gemeinsam mit der Polizei

Zu den weiteren Aufgaben der Securitas zählen das Durchsetzen von Areal- und Hausordnungen, das Verhindern von Lärmbelästigungen und Nachtruhestörungen, Drogen- und Alkoholmissbrauch stören, Straftaten verhindern und der Polizei Hinweise liefern sowie bei Bedarf Wegweisung von Personen. Nach jeder Patrouille erhalten die Gemeinde und die Kantonspolizei den Einsatzrapport der Securitas mit der Auflistung aller Vorkommnisse. «Spezielle Vorkommnisse, welche die Kompetenz der Securitas übersteigen, werden sofort der Polizei gemeldet», sagt Andreas Opprecht. «Die intensive und direkte Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Thurgau, insbesondere mit dem Posten Sulgen, ist gewährleistet.»

Die im Einsatz stehenden Securitas-Mitarbeiter sind der Gemeinde namentlich bekannt und wurden durch sie vereidigt. Der Gemeinderat hat für einzelne definierte Gesetzesverstösse durch den Regierungsrat die Kompetenz zur Erteilung von Bussen an die Securitas-Mitarbeiter delegieren lassen. «Im vergangenen Jahr mussten sie aber keine Bussen verteilen», sagt Walter Senn.

Hunde an die Leine

Die Securitas sei aber nur ein kleiner Teil des Bereichs Sicherheit. «Wir möchten gemeinsam mit Nachbargemeinden zur Verkehrsberuhigung einen Speedy anschaffen, der die Geschwindigkeit von Fahrzeugen misst und anzeigt.» Ebenfalls sei die Hundehaltung ein brennendes Thema. «Wir wollen keine Leinenpflicht im ganzen Auholzwald. Das wäre auch ein Widerspruch zum Tierschutz. Aber auf dem Sportareal und der Finnenbahn sollten die Hunde angeleint werden», sagt Walter Senn. «Wir müssen sowohl für die Sportler als auch für die Hunde eine gute Lösung finden.»

Andreas Opprecht Gemeindeammann (Bild: ak)

Andreas Opprecht Gemeindeammann (Bild: ak)

Walter Senn Gemeinderat (Bild: ak)

Walter Senn Gemeinderat (Bild: ak)