Passend zu seinem heutigen Ich

ROMANSHORN. Die Schweizer Tournée des Rappers Crispy Dee neigt sich dem Ende zu. Doch still wird es um den Ostschweizer noch lange nicht. Innert sechs Wochen bringt er drei neue Singles, drei Videoclips und ein Live-EP auf den Markt.

Luisa Gomringer
Drucken
Teilen
Crispy Dee posiert eingekleidet vom Berliner Label einSTOFFen bei einem Fotoshooting in London. (Bild: pd/Oliver Bär)

Crispy Dee posiert eingekleidet vom Berliner Label einSTOFFen bei einem Fotoshooting in London. (Bild: pd/Oliver Bär)

Er rappt in seinen neuen Singles über den Kreis des Lebens und wie alles mit dem ersten Lächeln beginnt. Über das Düstere und Hoffnungsvolle, das man an einem Sonntagmorgen in der Stadt wahrnimmt und darüber, dass es im Rap nicht reicht, nur einen Gangster zu spielen.

Die neuen Lieder «Morgentau», «Kreis» und «Hallo Rapper» von Crispy Dee, mit echtem Namen Demian Länzlinger, sind facettenreich und überraschen die Fans. Denn innert der letzten sechs Wochen brachte das Thurgauer Ausnahmetalent ohne Ankündigung drei Singles, drei Videoclips und eine Live EP der aktuellen Tournée «Black Red» auf den Markt.

Produktiv neben der Tournée

«Ich habe das so noch nie gemacht. Aber es war an der Zeit zu zeigen, dass ich neben meiner diesjährigen Tournée produktiv gewesen bin. Die Lieder passen zu meinem heutigen Ich», sagt der 24jährige Romanshorner. Seine letzten zwei Alben habe er 2011 und 2014 herausgebracht. «In der Zeitspanne von drei Jahren kann viel passieren. Man ändert seine Meinung gegenüber gewissen Sachen», sagt Crispy Dee, der mit 15 Jahren schon seine ersten Raptexte schrieb.

Eines änderte sich über die Jahre hinweg aber nie: Dass es ihm wichtig ist, mit seinen Songs eine Botschaft zu vermitteln. «Ich will etwas aussagen und eine Zielgruppe ansprechen, die Textverständnis, Reife und Bildung mit sich bringt», sagt der Rapper.

Dutzend Locations abgeklappert

Mit seinen neuen Musikvideos will Crispy Dee noch mehr Leute erreichen. Für den Videoclip zum Song «Kreis» hat er in vier Stunden ein Dutzend Locations abgeklappert. Am Anfang war es für ihn noch komisch vor der Kamera zu stehen. Doch mittlerweile gehört es einfach dazu. «Man muss an sich glauben und an das, was man macht.»

Der Ostschweizer Rapper hat es mit seinem Dialekt nicht leicht. «Klar, das Vokabular ist da, die Ideen auch. Aber man hört nun mal lieber einem Berner oder einem Luzerner beim Reden zu. Daher schränkt mich der Dialekt bei meinem Erfolg auch ein», sagt Crispy Dee.

2015 ist das i-Tüpfelchen

Von Erfolgen kann der Romanshorner jedoch schon lange sprechen, und das Jahr 2015 ist für ihn das i-Tüpfelchen. «Ich hatte ständig diesen Durst, meine Songs zu spielen, gehört zu werden und weiterzukommen.» Der sei mit der «Black Red»-Tournée gelöscht worden. «Dass eine achtköpfige Band meine Musik spielt und ich vor über Tausend Leuten auftreten kann, ist eindeutig ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist», sagt Crispy Dee. «Für diese Erfahrung bin sehr dankbar.»

Das letzte Konzert der «Black Red»-Tournée findet am 12. Dezember in der St. Galler Grabenhalle statt. Weitere Infos unter www.crispydee.ch