Ovale Steine verhindern Rekorde

Am Chriesifäscht in Salenstein spuckten die Teilnehmer um die Wette. Bei den Herren gewinnt ein ehemaliger Spitzensportler. Bei den Damen wird die Siegerin auch gleich noch zur Chriesiprinzessin gewählt.

Ursula Gasser
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Wer mit der nötigen Energie und der richtigen Technik spuckt, bei dem fliegt der Chriesistei in ungeahnte Weiten. (Bild: Reto Martin)

Wer mit der nötigen Energie und der richtigen Technik spuckt, bei dem fliegt der Chriesistei in ungeahnte Weiten. (Bild: Reto Martin)

SALENSTEIN. Am Ende war keine einzige Chriesiwurst mehr übrig. Die eigens für den Anlass entwickelte Kreation fand bei den Gästen Anklang. Etwa tausend Besucher kamen am Samstag ans sechste Chriesifäscht nach Salenstein. An verschiedenen Marktständen gab es viele Produkte rund um die süsse Frucht zu erstehen. Einen Höhepunkt des Festes bildete der Künstler Anatol Stäheli, der mit einer Motorsäge im Handumdrehen einen Baumstamm in eine mannshohe Skulptur verwandelte. Grossen Anklang fand auch dieses Jahr das Chriesibähnli, mit welchem die Gäste auf eine Führung in die Obstanlagen von Ralph Gilg mitgenommen wurden.

Sportler im Vorteil

Während des ganzen Festes versuchten sich mehrere hundert Besucher im Chriesistei-spucken. Die jeweils besten sechs Spucker der Kategorien Damen, Herren und Schüler qualifizierten sich für den Final. Jeder Teilnehmer erhielt drei Chriesi und somit drei Versuche. Nur schon die Bahn zu treffen war eine Herausforderung. Einigen blieb der Stein zwischen den Zähnen stecken oder er wurde vor Aufregung hinuntergeschluckt. Mit 17,08 Metern schaffte es der Leiter der Elitesportschule in Kreuzlingen, Mirko Spada, zwar nicht ganz an den Rekord vom Vorjahr heran, aber er holte sich mit dieser Leistung den Siegerpokal in der Kategorie Herren. Spada sieht den Grund für seinen Erfolg in der richtigen Technik und seiner Erfahrung als Sportler: «Ich konnte meinen Anlauf richtig nutzen. Ausserdem hat mir meine mentale Stärke geholfen.»

Kurt Meier, welcher das Chriesifäscht ins Leben gerufen hat, weiss, warum dieses Jahr die Chriesisteine nicht so weit geflogen sind: «Die Steine sind viel weniger rund als letztes Jahr. Durch ihre ovale Form rollen sie nach dem Aufprall auf der Bahn nicht so weit», so Meier. Die Auffälligkeit sei wohl witterungsbedingt, meint er.

Die erste Chriesiprinzessin

Zum erstenmal wurde am Chriesifäscht eine Chriesiprinzessin gekürt. Die besten drei Spuckerinnen mussten verschiedene Aufgaben lösen. Das Publikum entschied schliesslich mit dem Applaus, wer es am besten machte. Und zwar Wicky Schümperli. Sie spuckte mit 12,52 Metern nicht nur am weitesten bei den Damen, sondern wurde gleich auch noch zur Chriesiprinzessin ausgerufen.