Ottenbergtunnel umstritten

WEINFELDEN. Der neue Richtplan des Regierungsrats kommt bei den Gemeindeammännern im Bezirk Weinfelden unterschiedlich gut an.

Urs Brüschweiler
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Thurtalstrasse: Die rote Linie zeigt den neuen Verlauf, grün ist die 2005 abgelehnte Neubauvariante für die T14 eingezeichnet. (Bild: Kantonales Tiefbauamt)

Thurtalstrasse: Die rote Linie zeigt den neuen Verlauf, grün ist die 2005 abgelehnte Neubauvariante für die T14 eingezeichnet. (Bild: Kantonales Tiefbauamt)

Die Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS) weicht in der Linienführung nur noch wenig von den bestehenden Kantonsstrassen ab. Dadurch könne man Kosten sparen und die Landschaft werde weniger zerschnitten, argumentiert der Regierungsrat. Ab Autobahnende über Bonau und Märstetten bis vor Weinfelden soll die Hochleistungsstrasse mit Tempo 80/100 gemäss den verkehrspolitischen Plänen entlang dem bestehenden Trassee verlaufen.

Schuhmacher: Überrascht

Etwas überrascht davon zeigt sich der Märstetter Gemeindeammann Jürg Schumacher. Er sieht Probleme vor allem bei dann fehlenden Parallelstrassen für den Langsamverkehr. Generell hätte er die Variante «goldene Mitte» bevorzugt: eine Autobahnausfahrt ab der A7 bei Lippoldswilen/Engwilen über Erlen bis Arbon. «Der Spagat zwischen Ortsumfahrungen und einer schnellen Anbindung des Oberthurgaus funktioniert nicht.» Eine wirkliche Schnellstrasse, anstatt der BTS und der Oberlandstrasse wäre effizienter.

Am Vorschlag der Regierung kritisiert Schumacher hauptsächlich den Ottenbergtunnel als Weinfelder Nordumfahrung. «Das ist eine Steilvorlage für alle Strassengegner, die das ganze Projekt scheitern lassen könnte.»

Vögeli: Beste Lösung

Ganz anders sieht das der Weinfelder Gemeindeammann Max Vögeli. «Der Ottenbergtunnel ist die beste Lösung. Die Weinfelder haben ihm bereits bei der letzten Abstimmung zugestimmt.

» Man habe auch die Varianten einer Tieferlegung der bestehenden Umfahrung (Dufourstrasse/Dunantstrasse) und der Linienführung durch das Thurland geprüft. Beides sei aussichtslos, so Vögeli. Natürlich seien die Kosten für den Tunnel hoch, aber entsprechend sei auch der Nutzen dieses Jahrhundertprojekts. Und für die Natur sei es besser, dass die Strasse im Berg sei, als das sie offen verlaufe.

Deshalb unterstütze der Weinfelder Gemeinderat, wie auch die Regionalplanungsgruppe die Linienführung.

Eugster: Einverstanden

Der Bürgler Gemeindeammann Armin Eugster kann mit der Linienführung in seiner Gemeinde ebenfalls leben. Anders als im Entwurf von 2005 soll die BTS bereits zwischen Bürglen und Sulgen wieder auf dem Trassee der bestehenden Kantonsstrasse verlaufen. «Es ist nicht optimal, aber wir können mit dem Kompromiss leben.»

Buri: Nicht schlecht

«Wenn die Pläne so realisiert werden können, ist es sicher nicht schlecht», meint der Berger Gemeindeammann Max Buri. Die von ihm gewünschte Umfahrungsstrasse für Berg fehlt im Richtplan. «Obwohl jeden Tag 10 000 Fahrzeuge durchs Dorf fahren.» Beim Kanton sehe man diese Priorität nicht, so Buri.

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